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Brandungsangeln (Artikel): Hornhechtangeln Fehmarn Mai 2005
 
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Veröffentlicht am Dienstag 24 Mai 2005 00:27:44 von admin

ratze schreibt In der Zeit vom 08.-23.05. 05 war ich mal wieder zum Hornhechtangeln auf Fehmarn. Dabei wurde je nach Windverhältnissen in Bojendorf, Niobe, Marienleuchte, Presen und Gahlendorf geangelt. An einigen Tage blieb ich Schneider, aber an anderen Tagen habe ich bis zu zehn Hornis landen können.

Da ich mittlerweile im vierten Jahr gezielt auf Hornhechte angle, habe ich mir nun meine eigene Meinung insbes. zum Thema Gerät und Methodik gebildet. Dabei habe ich sowohl mit Wasserkugel, Spirulino und mit Blinker geangelt.
Meiner Meinung nach sind beim Wasserkugelangeln Ruten mit einer Länge zwischen 3,50-4m und einem Wurfgewicht von 20-60 Gramm am besten geeignet um den Heringsfetzen gegen den Horizont zu katapultieren. Dabei benutzte ich eine 0,12mm Geflochtene. Allerdings mußte ich sie im Verlauf der zwei Wochen gegen eine 0,28er Monofile austauschen. Zwar brachte die Geflochtenen einige Meter mehr an Wurfweite, aber nachdem die Schnur zweimal direkt im Bereich der Wasserkugel gerissen ist, hatte ich genug davon. Die Wasserkugel hatte jeweils eine Innenführung und als Stopper benutze ich Ventilgummis mit vorgelagerten kleinen Plastikkugeln. Die Schnur war also nicht durch Bleischrote o.ä. beschädigt. Die Verbindung zum Wirbel erfolgte mittels Vorfach-Connector (somit ohne Knoten!). Ich nehme an, dass die doch recht dünne geflochtene Schnur durch die Reibung mit Sand in der Innenführung der Wasserkugel innerhalb relativ kurzer Zeit porös wurde und dann beim doch recht starken Wurf riß. Den Verlust an Wurfweite durch den Einsatz der Monofilen schätze ich nach den zwei Wochen auch als nicht sehr dramatisch ein, da die meisten Bisse nach kurzen Einholstopps in nur ca. 20 m Entfernung erfolgten und nicht an der Stelle der maximalen Reichweite.
Beim Angeln mit Spirulino hatte ich zunächst ebenfalls eine Geflochtene 0,10er im Einsatz; allerdings drallte die Schnur trotz 3-fach-Spirolino-Wirbels und ich wechselte dann auf eine 0,25er Monofile. Die Probleme traten bei der Monofilen nicht auf (wer eine Ahnung hat, woran es gelegen hat bitte ein Kommentar einpflegen; Danke!). Als Rute verwendete ich eine 3m-Meerforellenrute. Sie war zwar bei einer Vorfachlänge von ca. 2m ein wenig kurz aber der Erfolg stellte sich bei windarmen Wetter schnell ein. Insgesamt konnte ich feststellen, dass bei viel Wind und unruhiger Wasseroberfläche die Wasserkugelmontage am meisten Fische brachte und bei wenig Wind die Spirolinomontage am erfolgreichsten war.
Vom angeln mit Blinkern halte ich nichts. Ich habe es zwar versucht, aber außer einem Fisch und diversen Fehlbissen kam dabei nichts heraus. In der Fachliteratur wird auch vielfach vom Blinkern abgeraten, weil sich die Fische beim attackieren des Blinkers den Hornschnabel brechen können und dann verludern müssen. Das ist sicherlich richtig und man sollte wirklich davon absehen mit Blinkern und Drillingen auf Hornhechte zu angeln. In manchen Büchern wird auch der Tip gegeben den Drilling durch einen Einzelhaken mit ca. 4cm Schnur zu ersetzen. Dies habe ich allerdings nicht ausprobiert, würde aber bestimmt das Brechen des Hornschnabels verhindern.
Zum Thema Vorfach kann ich noch folgendes berichten. Früher benutze ich ein Vorfach mit 0,20mm Durchmesser. Heute ist mein Vorfach 0,25-0,28mm stark, da die Hornis ein 0,20mm-Vorfach einfach schnell ?durchsägen? und dann leider auch verludern müssen. Dass ich durch den Einsatz der stärkeren Vorfächer weniger Bisse gehabt hätte, kann ich nicht gerade behaupten. Wichtig ist jedoch, dass das Vorfach aus einer transparenten Schnur besteht und nicht etwa aus einer knallgelben o.ä.. Als Haken benutze ich übrigens einen silbernen salzwasserbeständigen 6er Wurmhaken mit zusätzlichen Widerhaken (besserer Halt des Heringsfetzens) am Schenkel.

Trotz dass es mir auch dieses Jahr wieder viel Spaß gemacht hat auf Hornis zu angeln; muss ich noch von zwei Negativerlebnissen berichten:
Am Strand entdeckte ich ein Seemöwe, welche sich nur entlang des Wassers bewegte und die ihre Flügel nicht einsetzten konnte. An ihrem Hals hing eine Wasserkugel. Mit Hilfe eines anderen Anglers und dessen langstieligen Keschers gelang es dann die Möwe einzufangen. Sie hatte einen großen Goldhaken im Schabel und einen weiteren im Fuß (durch eine Kralle). Die Schnur war mehrfach um ihren Flügel gewickelt und beim Laufen strangulierte sich die Möwe selbst. Zusätzlich war dann auf beiden Haken volle Spannung. Es war ein jämmerlicher Anblick! Nachdem wir die Widerhaken mit einer Zange plattdrücken konnten, war es möglich die Haken zu entfernen. Offensichtlich hatte jemand mit Zweihakensystem auf Hornhechte gefischt. Auch die Schnurverwicklungen konnten wir freischneiden und nach ca. einer Viertelstunde war die Möwe befreit. Teile der Flügelfedern waren wundgescheuert und eine Kralle des Fußes definitiv (durch den Haken) gebrochen. Dennoch denke ich, dass die Möwe die Sache ohne Weiteres überleben wird. Daher mein Appell: Wenn Ihr Enten, Schwäne, Möwen oder andere Seevögel in der Nähe Eurer Wasserkugeln seht; bitte kurz das Angeln einstellen. Meist sind sie schnell weitergeschwommen (geflogen) und dann kanns ja weitergehen. Bitte auch daran denken, dass keine Schnurreste und / oder Haken am Strand ?vergessen? werden. Das sind für viele Tiere tödliche Fallen.
Die zweite negative Sache ist, dass ich zwei Angler beobachten konnte, die die gefangenen Hornhechte nicht betäubten und abstachen, sondern sie lebend in eine Tüte warfen. Was das für einen Vorteil haben soll, ist mir schleierhaft. Außerdem hat das mit waidgerechten Verhalten nix zu tun, sondern ist Tierquälerei. Darüber hinaus darf man sich dann nicht darüber wundern, das Angler in der Öffentlichkeit nicht selten als Tierquäler dargestellt werden!

Dennoch waren die zwei Wochen wieder sehr erholsam und fischreich und bereits jetzt freue ich mich auf nächstes Jahr wenn der Raps blüht!

Ratze

 


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