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Brandungsangeln (Veranstaltungen): Brandungs-WM in Italien 2005, Teil 3 - das Training
 
Brandungsangeln

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Veröffentlicht am Dienstag 10 Januar 2006 01:49:20 von admin

Agalatze schreibt
Knurrhahn

So, nun kommt endlich der nächste Teil meiner Italien Reihe. Die ersten Tage ! Nachdem wir nun angekommen sind und uns die Gegend ansahen und alles erkundet haben, wollten wir uns erstmal auf die Angelei konzentrieren. Im Angelladen vor Ort deckten wir uns also mit Material ein und fragten gleichzeitig nach fängigen Montagen. Im Grunde sahen die Montagen ähnlich aus, wie wir vorab schon Infos darüber bekamen. Ganz locker haben wir also den Tag einläuten lassen und erstmal gebastelt. Von jedem natürlich nur ein paar Vorfächer, damit man nicht auch die schlechten in Massenware wegwerfen muss, wenn sie nicht fangen. Zwischendurch wurde natürlich etwas gegen den Hunger getan. Nudeln hatten wir ja nun Tonnenweise im Gepäck. Tja und irgendwann kamen wir dann auch zum Ende wollten die ersten Fische fangen. Wir wollten es vorerst direkt vor unserem Haus probieren, da der Weg gerade mal 30 Meter betrug.



Tackle machte sich schon recht früh auf den Weg. Ich wollte hingegen lieber noch ne Runde schnarchen :-) Die Fahrt steckte mir noch immer in den Knochen. Als ich dann wieder aufwachte, bin ich sofort zu Tackle gelaufen um zu checken, ob was geht. Aber klar sagte er, er hat schon 7 Fische gefangen - welche könne er mir aber nicht sagen, außer, dass er einen Knurrhahn dabei hatte. Den Rest kannte er nicht. Sie waren jedenfalls ganz hübsch wie Aquarienfische :-)

Unsere Unterkunft


Tackle wollte nun erstmal wieder einpacken, um eine Pause zu machen. Später wollten wir dann im Dunkeln unser Glück probieren. Ich habe dann beschlossen, auch erst später anzufangen. Der Abend kam und unsere Ruten waren im Wasser. Was sich aber hier abspielte war der Hammer. Krabbenseuche !!!! Sowas habe ich noch nie erlebt ! So schnell wie die da waren, konnte man garnicht beködern. Wir waren machtlos. Wir probierten und probierten was wir dagegen tun können, doch nichts hat geholfen. Die Krabben waren allerbeste Schwimmer und hatten sogar Schwimschaufeln. Wir brachen ab, um tagsüber erstmal wieder unseren Erfolg zu haben. Außerdem wollten wir im Angelladen nachfragen, was man dagegen tun kann.
Am nächsten Morgen waren wir auch gleich pünktlich dort. Man sagt uns, dass wir dort auch nicht im Wettkampf angeln und lieber nach Numana-Marcelli sollten, denn das ist der Austragungsort für die WM, in der nachts geangelt wird. Desweiteren haben wir herausbekommen, dass wir dort Conger, Meerbrassen und Bogas fangen können. Also größere Fische, als die Tackle fing.
Tagsüber testeten wir wieder an unserem Strand und fingen neben vielen Knurhähnen, auch Meerbarben, Saragos und andere Kleinfische. Die Stückzahlen waren ganz gut und wir verfeinerten im Laufe der Woche unsere Montagen, sowie die Beköderung und den Anhieb usw... Das lief ganz gut soweit !!!

Tackle mit Horni


Die erste Nacht mit neuen Informationen... Wir machten uns also auf dem Weg zum 30 km entfernten Nurmana Marcelli. Die Küste sah doch schon etwas anders aus, als bei uns vor der Tür. Dieser Strandabschnitt war geprägt von Felsen. Auch im Wasser sah es anders aus. Die Kante ins Tiefe war schon bei ca. 10 Meter Entfernung vom Ufer. An diesem Abend hatten wir dummerweise auch mit Krabben zu tun, aber es hielt sich in Grenzen. Am Ende fingen wir ein paar Knurhähne und ich hatte noch einen Gelbstriemen dabei. Wir mussten den erstmal identifizieren.

3 auf einen Streich


So gestalteten wir nun auch unsere Woche. Tagsüber waren wir an den Stränden, die bei der WM ausgeschrieben waren, und nachts oder besser abends fuhren wir nach Nurmana-Marcelli. Tagsüber fingen wir immer recht ordentlich in sehr hohen Stückzahlen. Das Wetter war weltklasse, und die Adria war ohne Welle. Als bester Köder stellte sich die Sardine heraus. Damit fingen wir Knurhähne wie die blöden. Jeder Wurf war mindestens eine Doublette wenn nicht sogar ne Trilette. Bei diesen Bedingungen haben wir mit unseren normalen Brandungsruten gefischt, 150 gramm und volle Lotte richtung Kroatien. Darauf bin ich durch einen dummen Zufall gekommen, nachdem ich meine Feederrute zersemmelt habe. Voller Wut nahm ich also meine Brandungsrute mit Vorfach und pfefferte sie soweit wie es ging hinaus. Tackle und ich staunten nicht schlecht, als nach ner knappen Minute die Spitze wie verrückt am wackeln war. Ich dachte erst ich spinne, da die ganzen Informationen immer nur besagten, dass man vorne in Strandnähe angeln sollte. Die Geheimwaffe war also geboren :-) Wir hörten aber auch auf so zu angeln, da andere Teams uns regelmäßig beobachteten. Außerdem wollten wir ja nun noch wissen, wie wir die anderen Fische fangen. Nur die kleinen können es doch nicht gewesen sein oder ?! Aber es war so....tagsüber fingen wir nur kleine Fische. Die Knurrhähne waren am größten und hatten teilweise 30 cm drauf. Die Saragos waren immer um 15 cm und die Meerbarben auch. Zwischendurch fing man denn noch Petermännchen oder Koppen in Längen um 15 cm. Vor den Dingern hatten wir Respekt, da sie giftig sind. Das erste Petermännchen wollte ich mir gleich greifen, da ich nicht wusste was es war. Es sah aus wie ein untermaßiger Wolfsbarsch, also griff ich zu. Das Petermännchen rutschte mir aus der Hand und dann rief Tackle nur "Finger weg, das ist ein Petermännchen" oh man oh man...fast hätte sich die WM für mich erledigt.

Strand von Asola


Beim Nachtangeln fingen wir zwar immer wieder ein paar Fische, aber zufrieden waren wir nicht. Der Wurm war drin. Die Stückzahlen waren mehr als bescheiden und wir kamen zu keiner Lösung, mehr zu fangen. Wir haben überlegt, gegrübelt und anderen Anglern auf die Finger geguckt, doch der Erfolg blieb irgendwie aus. Immer wieder telefonierten wir verzweifelt mit Dieter Großmann um nach Tips zu fragen, aber keiner konnte uns helfen. Ich glaube, soviel Gedanken wie man sich dort übers angeln macht, ist der Wahnsinn, aber man merkt trotz allem, dass es einen nach vorne bringt.

Sehr starke Brandung


Tackle und ich hatten aber einen Riesenspaß und ließen uns zu keiner Sekunde demotivieren. Italien ist ein tolles Land, was natürlich nebenbei auch noch eine Menge zu bieten hatte. Ortserkundungen an der schönen Küste und den kleinen Fischerdörfern waren klasse ! Auch die Einladungen vom Italienischen Präsidenten der Meeresangler waren immer wieder sehr nett ! Angelo hieß er, und er wurde von Tag zu Tag lockerer. Nun erzählte er auch mal aus dem Nähkästchen und es entwickelte sich ne kleine Freundschaft, wenn man das so nennen kann. Wir haben jedenfalls viel gelacht. Tackle hat seinen Namen zwar nie auf die Reihe bekommen aber egal. Tackle sagte immer Alberto zu ihm. Da hat er scheinbar zuviel Werbung im TV gesehen (die mit dem Pizzaalberto :-)

Das wars vorerst mal wieder.... Der nächste Teil kommt dann in Kürze. Ich hoffe Euch hat es wieder etwas gefallen.
Weitere Bilder findet Ihr in der Bildergalerie -> hier


Petri Heil Euer Agalatze

Meerbarbe

Gelbstriemen

Petermännchen

 

 


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