Wittling

Dän.: hvilling / engl.: whiting / franz.: merlan holl.: wijting – isl.: lysa / ital.: merlano / norw.: hvitting / port.: badejo russ.: merlang – schwed.: vittling / span.: merlan

Wissenschaftliche Bezeichnung : Merlangius merlangus

Von der norwegischen Küste reicht das Verbreitungsgebiet dieses Fisches hinunter bis zur portugiesischen Küste. Die Ostsee wird vom Wittling
nur im Westlichen Teil bewohnt. (Ausnahmen Bestätigen die Regel) .Das Hauptvorkommen des Wittlings erstreckt sich über die gesamte Nordsee und die Gewässer rund um die Britischen Inseln.

Tiefen zwischen 20 und 100 Meter sagen diesem Fisch am meißten zu.Bevorzugter Aufenthaltsort ist die Grundnähe, dies gilt vor allem für die Erwachsenen Tiere. Mehr noch als die anderen dorschartigen Verwandten steigt der Wittling aber auch in höhere Wasserschichten auf, um dort nach Nahrung zu suchen. In der Tiefe bewohnen die Fische vor allem weiche, schlammige oder muddig.sandige Böden. Geröll.- und Felsgründe behagen ihnen nicht.Aus der Ostsee ist der Wittling den Anglern vor allem aus den weiträumigen, tiefen Buchten bekannt. (Eckernförder- und Lübecker Bucht) Namentlich dort ,wo sich bei andauernder ruhiger Wetterlage große Strömungskreise bilden, versammeln sich Wittlinge im Sommer und Herbst in großen Schwärmen am Grund. In der westlichen Ostsee gehört die Art zu den häufigsten Fischen. Dasselbe läßt sich auch von der Nordsee sagen, namentlich von ihrem südwestlichen Teil. Unsere holländischen Nachbarn fangen nach Schluß der Makrelensaison im Herbst und Winter mit Naturködern in Grundnähe viele Wittlinge. In der Deutschen Bucht werden Wittlinge nur rund um helgoland gefangen. Fänge von den Ufern der Friesischen Inseln sind noch nie bekanntgeworden, was sicherlich mit der Scheu des Wittlings vor flachem Wasser zusammenhängt.

Am Boden fressen Wittlinge vor allem Weichtiere, aber auch kleine Garnelen und Krabben. In erster Linie aber ernähren sich die Wittlinge von anderen Fischen und machen dabei auch nicht vor der Brut halt. Eine besondere Vorliebe haben sie offenbar für Jungheringe; in der Nähe von Kleinheringsschwärmen kann man immer auf jagende Wittlinge hoffen. Wittlinge lassen sich das ganze Jahr fangen. In der westlichen Ostsee gelten August und September als beste Monate für die Angelei. Im Gezeitenbereich der Nordsee ist das Beißverhalten offenbar zusätzlich von der aufkommenden Flut abhängig. Ganz allgemein gelten die Morgen- und Abenddämmerung als besonders herrausragende Beißzeiten.

Die wichtigste Angelmethode ist das fischen mit der Paternosterangelei. Je leichter dieses Geschirr gewählt wird, desto mehr Freude wird man beim Fang der relativ Fische haben. Eine leichte , ca 3 m lange Rute, eine einfache Stationärrolle mit 0,30-er Schnur sind ausreichend. In den Karabinerhaken des Wirbels am Ende der Hauptschnur wird ein Seitenarm Paternoster eingehängt. Besonders gut eignen sich 2- bis 3-Haken-Paternoster mit Seitenarmen, die in Weichplastikmasse vergossen wurden. Die kurzen Mundschnüre müssen besonders fein gewählt werden, die maximale Stärke sollte 0,20 mm nicht übersteigen.Als Einzelhaken haben sich ,je nach größe der Wittlinge, die Hakengrößen 5 bis 8 bewährt. Man achte auf besonders gut geschärfte Haken. Ans Ende des Paternostergeschirrs befestigt man ein genügend schweres Senkblei. Manche Angler bauen ihre Paternostergeschirre für den Wittlingsfang selbst und bevorzugen Systeme mit 4 bis 8 Haken ,die mit etwa 10 cm langen Mundschnüren an die Hauptschnur geknotet werden .Bei ruhigem Wetter ,speziell bei den spätsommerlichen, stillen Wetterlagen an der Ostseeküste, verspricht die Angelei mit dem Gleitfloß aufregenden Sport, denn anders als beim Paternosterangeln, bei dem der Anbiß gefühlt wird, muß dabei der Anbiß beobachtet werden. Für die Floßangelei verwendet man lange schlanke Gleitfloßformen von 8 bis 12 g Tragfähigkeit und nur einen bis höchstens drei Haken. Mit beiden Methoden wird etwa ein Meter über dem Grund gefischt. Als Köder verwendet man Daumennagelgroße Stückchen aus der Flanke frischer Fische ; insbesondere Hering und Sprotten eignen sich gut.

Der Anbiß eines Wittlings ist selbst bei einer 30 oder 40 Meter weit ausgeworfenen Leine gut zu spüren und deutlich vom Anbiß anderer Fische zu unterscheiden. Es ist ein ständiges Rucken und Zerren am Köder, und nicht selten gelingt es den kleinen Kerlen, den Haken blank zu putzen, ohne sich selbst zu verhängen. Dasselbe läßt sich auch beim Angeln mit dem Gleitfloß beobachten: Der Schwimmer wird mit ständigen Zügen unter die Wasseroberfläche gezerrt, quittiert man mit einem Anhieb, so geht man nicht selten leer aus. Die Lehre aus diesem Beißverhalten ist, nicht zu große und nur sehr gut geschärfte Haken zu verwenden. Die Köder sollte man immer so klein wie möglich und beim Gleitfloßangeln den Auftrieb des Schwimmers so gering wie möglich halten.

Schonmaß des Wittlings in Schleswig-Holstein : 23 cm
Schonmaß des Wittlings in Mecklenburg-Vorpommern : 23 cm

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Über Marco Bockelmann

Veröffentlicht durch: am 03 Okt, 2006
Dabei seit: 2010-05-25, eigene Webseite
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