Gerade aus dem Norwegenurlaub zurückgekehrt sind die Eindrücke noch am frischesten und so will ich Euch einige kleine Begebenheiten berichten. Es waren 14 Tage mit allen Höhen und Tiefen.Sei es in Bezug auf Fische und Wetter. Am 05.10.03 ging es um die Mittagszeit mit der Fjord-Line ab Hanstholm in Richtung Egersund. Nach Ankunft und Zollabfertigung ging es hurtig über die E39 Richtung StavangerHaugesund an den Urlaubsort Förde im Hordaland. Dies ist ein kleiner Ort mit vielleicht 300 Einwohnern, ca 30 km nördlich Haugesunds am Bömla Fjord.

Angelurlaub am Bömla in Norwegen

Hier ist das kleine Unternehmen”Fjord-Idyll” zu Hause. Der eine oder andere Angler mag es kennen. Wer einmal da war, kommt meist wieder. Die Unterbringung war schon im Vorwege mit unserem Vermieter Stig Simonsen abgeklärt,den wir, meine Frau und ich , schon von früheren Urlauben kannten und bei dem wir immer bestens bedient wurden.Stig ist sehr rührig und immer für Tipps und Hinweise gut. Am Montag, erster Fischzug. Lange Gesichter. Entgegen unserer Vorfreude machten uns Köhler, Leng, Pollak und Dorsch einen Strich durch die Rechnung. Mein Unterwasserfernseher zeigte mir “Fisch ohne Ende”, aber nichts außer einer verhungerten Makrele wollte sich an meinem Köder vergreifen. – Ich laß mich doch von ein paar Fischen nicht unter Druck setzen. Ich bleibe ja noch 14 Tage. EUCH werde ich kriegen. Die folgenden Tage sahen aber nicht anders aus und bei den meisten Anglern machte sich der Frust breit. Wir können doch nicht alle das Angeln verlernt haben.

Wenn ich mir ansah mit welchen Erwartungen und Fischkisten andere Angelkollegen angereist waren, konnte einem nur schlecht werden. Sollten wir alle mit leeren Kisten nach Hause geschickt werden? Was soll`s. Nicht so viel nach anderen schielen. Ich versuchte wieder mein Glück an mir bekannten, altbewährten Stellen. Es folgten Tage mit lächerlichen Fangergebnissen. Dazu kam, daß Petrus auf die außergewöhnliche Idee kam, alle Urlauber gelüste es nach kräftigem Dauerduschen. Nicht gerade angenehm bei Umgebungstemperaturen von 4 – 7 Grad Celsius, Nachts Frost um – 5 Grad.

Das Problem war, wir konnten wohl alle im “Fischwahn” nicht zuhören. Was hatte Stig den meisten auf Nachfrage erklärt? “Fahrt in die Nähe der Lachsfarm am Leuchtturm”. Dunkel konnte ich mich an seine Worte erinnern und dunkel sollte es sein. Der Wettergott zeigte in der zweiten Woche sein bestes Herbstgesicht mit Wärme am Tag und klirrender Kälte in der Nacht. So sollten die Tage auch ohne Fisch zum Genuss werden. 3 Tage noch. Die meist nur 1-Wochebucher waren schon längst wieder Richtung Heimat gedampft. Die Zeit wurde auch für mich jetzt eng. Wenn noch etwas gezogen werden soll, versuche ich es einmal in der Dunkelheit. An der Lachsfarm am Leuchtturm.

Gegen 20:30, dunkel war`s wie im “Allerwertesten” trotz hellem Mondschein begann der Spuk um das große Fressen. Es war der helle Wahnsinn. Alle Köhler des Fjordes hatten sich scheinbar an dieser Stelle getroffen und warteten nur auf unsere Montagen. Aber eben nur alles Köhler. Schon beim Ablassen des Köders kam häufig der Pilker an den kleinen Köhlern im Oberwasser nicht vorbei. Kaum hatte man es geschafft, etwas mehr als 30 Meter in die Tiefe zu kommen war der Knüppel krumm und die Fische größer. Die richtige und von mir bevorzugte Größe von 2 – 3 Kilogramm war Ideal für Filets. Der Knaller des Abends folgte gegen Mitternacht. Einstieg und Fang eines 19- pfünders. Es folgte am vorletzten Abend u.a. noch ein 16- pfünder. Das war die halbe Miete. Auf anraten meiner “besseren Hälfte schaltete ich am letzten Abend einen Gang zurück. Die Kisten waren doch noch voll geworden. Bein nächtlichen Schlachten und filetieren fand ich in allen Fischen große Mengen von Fischfutterpelletts aus der nahen Lachsfarm. Deswegen haben sich Nacht für Nacht die Köhler an diesem Ort eingefunden.

Mir geht es so: Nach solchen Erfolgen ist die Durststrecke schnell vergessen. Die sonst gewohnte Vielfältigkeit des Fanges ließ diesmal zu Wünschen übrig. Kein Dorsch- kein Leng, nur wenige kleine Pollaks und ein paar verhungerte Makrelen. Aber wir wollen mal nicht unbescheiden sein. Ach ja, bevor ich es vergesse. Ein wunderschön gezeichneter ca.60 cm langer Kalmar den ich in diesen Gewässern nie erwartet hätte, vergriff sich in der Dunkelheit an meinem Pilker. Beim erreichen der Wasseroberfläche verpaßte mir dieser ungewöhnliche Geselle einen vollen Wasserstrahl ins Gesicht. “Mensch heff ick mi verfehrt”. Wozu bin ich eigentlich hergekommen?