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Warum in die Ferne schweifen, das Gute liegt so nah! © Goethe

Vor einigen Jahren hatte ich einen Artikel über die Charterboote in Norwegen berichtet und später kamen die Folgeartikel zu den Charterbooten an der Ostsee dazu. Viele Leser fanden die Artikel über Boote mieten oder kaufen ebenfalls sehr interessant, aber diese Artikel sind nun bereits einige Jahre alt und es wurde Zeit meinen Artikel an den Neuen Markt und an die bis Heute gemachten Erfahrungen anzupassen.

Wer bereits in Norwegen seinen Angelurlaub verbrachte, kennt wahrscheinlich die Dieselschnecken, die von einigen Ferienhausvermietern angeboten werden. Die Bauweise ist für eine raue See konzipiert und bietet genug Platz für 6 bis 12 Angler und der Angelausrüstung. In anderen Ländern sind wieder völlig andere Boote im Einsatz.

Zum Beispiel in Holland gibt es mehr Halbkajütboote, Aluboote und auf vielen Seen nur Ruderboote. In Italien und Deutschland findest spezielle Boote von Cranchi Boote. Doch eigentlich findest du in Deutschland fast alle Bootstypen zum kaufen oder chartern.

Kleine Ferienhäuser bis 4 Personen haben dagegen auch die kleineren Sportboote mit bis zu 40 PS Motoren und gerade einmal Platz für 2 bis 4 Angler, samt Angelgerät. Alles andere macht dann auch keinen Spaß mehr.

Boote in Norwegen © MaBoXer

Das Revier sollte man kennen

Jetzt kommen natürlich die Gegenargumente: “woher soll ich das kennen, bin zum ersten mal hier?”

Schon klar, aber gerade hier heißt es Augen auf und Ohren spitzen. Viele Tipps gibt es natürlich zu fast jedem Angelrevier im Internet zu finden. Dazu findet sich in den meisten Ferienhäusern ein Gästebuch, in dem auch immer wieder gute Fangplätze eingetragen werden und zum Schluss, den Nachbarn oder den Vermieter fragen. Wer vorab eine Seekarte ergattern konnte, hat auch damit ein super Hilfsmittel.

Ich selber war nun 16 mal in Norwegen und 1 mal in Island zum Meeresangeln. Dabei habe ich eines jedesmal festgestellt. Meine Sportfreunde die fast den ganzen Tag mit dem Boot herumfuhren fingen nicht einmal im entferntesten das, was wir im Zwei-Mann-Boot in der Fischkiste hatten. Ihr Fehler: “Sie fuhren zuviel Boot und angelten zu wenig”.

Information und Planung

Kein Witz! Meine Freunde fuhren satte 3 Stunden aus dem Fjord in die See, dort stellten Sie dann fest, das ihr Boot nicht für die See ausgerichtet war und fuhren wieder unter Land in geschütztere Zonen. Ergebnis: 3 Kanister Benzin verfahren, 7 Stunden Boot fahren und 4 Stunden angeln an einem Platz, den sie sich nicht ausgesucht hatten, sondern vom Wetter und Seegang aufgezwungen wurde.

Mein Freund und ich, sind gerade einmal 15 Minuten mit dem Boot gefahren und haben uns auf der Seekarte ein 80 Meter tiefe Kuhle in Ufer nähe gesucht. Ergebnis: 30 Minuten Boot fahren 11:30 Stunden Angeln und wir konnten sogar mal eben zum Klo oder Getränke-Nachschub holen.

Solvag in Norwegen 2000 © MaBoXer
Solvag in Norwegen 2000 © MaBoXer

Fazit:

Die beiden Kumpels, die “in the Sea” fahren wollten, hatten zwei kleine Flundern in den Scheren gefangen!

Mario und ich hatten unter Land die Kiste voll mit guten Dorschen und Seelachsen in 80 Meter Tiefe, direkt vor dem Ferienhaus.

Das Ende vom Lied ist: “wer nur Boot fährt, kann nichts fangen wenn die Köder nur an Bord rumliegen.”

So ist es eigentlich immer

Wenn Du einmal darauf achtest, ist es fast immer so und der Spruch “Warum in die Ferne schweifen, dass Gute liegt so nah” zeigt immer wieder seinen Wahrheitsgehalt. Mir passiert dies bei jeder Reise nach Norwegen: das Boot fahren keinen Fisch bringt.

Trysnes in Südnorwegen

Deutsche Angler fahren mit 8 Mann mit einer Dieselschnecke auf die hohe See hinaus und kommen mit 18 Makrelen wieder! Ich dagegen Angel direkt vor meinem Appartement vom Bootssteg aus. Was meinst du, wer die Kiste voll macht? Hornhechte, Dorsch und Seelachs bissen direkt vor meinen Füßen, da es unter dem Steg 25 Meter runter ging. Der Vermieter erzählt mir das sogar schon Heilbutt und Steinbeisser dort unter dem Steg gefangen wurden.

Insel Halsnoy in Westnorwegen

Mein größter Leng ( 45 Pfund bei 157 cm Insel Halsnoy Norwegen) © MaBoXer
Mein größter Leng ( 45 Pfund bei 157 cm Insel Halsnoy Norwegen) © MaBoXer

Dort angelte mein Freund mit mir direkt in der Bucht, etwa 200 Meter vor dem Bootshafen hatten wir einen kleinen Unterwasserberg! Von 110 Meter auf 30 Meter und wieder runter.

Da wo sich Möwen sammeln, sind die Makrelen (oder Hering, je nach Jahreszeit) nicht sehr weit und wo die Beute ist, dort ist auch der Raubfisch zu finden.

Wir fingen jede Menge Leng und Dornhai. Die anderen Beiden Gefährten mussten ja unbedingt um die Insel herumfahren und hatten ein paar kleinere Dorsche.

Kleiner Tipp

Bevor du raus fährst, schau wo Möwen auf dem Wasser oder den Felsen sitzen. Wo Möwen sind, sind auch die Fischschwärme (Hering oder Makrelen). Auch Möwen wollen fressen ohne viel rumzufliegen! Wo die Fischschwärme sind, sind auch die Räuber nicht weit weg.

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