Das ganze fing eigentlich schon wieder mal gut an. Der Bussard hatte, gleich nachdem er auf der Couch Platz genommen hatte, die Augen zu und war nicht mehr ansprechbar. Ich für meinen Teil hatte mich die ganze Woche über nicht im geringsten um die Angelsachen gekümmert, da ich in letzter Zeit immer wieder feststellen mußte, daß man bestens ausgerüstet am Strand stehen kann und neben einem ein Angler auftaucht, mit einer Klappkiste und totalem Chaos-Gerödel, der dann auch noch eindeutig mehr Fisch fängt. Also, gesagt getan, daß ganze Zeugs so eingepackt wie es war, nur bepackt mit der Hoffnung, die OF-Serie der letzten Wochen nicht fortsetzen zu müssen.

Quantum Tandem Cup 2005

Im Dänschendorfer Hof schnell ein Los gezogen und oh Graus…D5… Westermarkelsdorfer Huk … grausam … da war der kleinefisch noch nie. Das Einzige was ich wußte, dass man eventuell durch den See muss und sich die Hacken abrennen kann, um an den Strand zu gelangen. Also rein in die Klamotten und ab in Richtung Westermarkelsdorf, da klingelte auch schon das Handy. Constanze war schon auf dem Parkplatz, also jetzt mal Gas gegeben. Nachdem wir dann mit dem ganzen Gerödel 28 km hinter uns gebracht hatten, stand ich nun klatschnaß geschwitzt am Strand. Also Ruten raus und irgendwie das Zelt aufgebaut, ich hatte ja Gott sei Dank damals in Kaliforniern bei Windstärke 6 gelernt wie das geht, ohne damit wegzufliegen. Nach einer halben Stunde der erste Biss und der erste Butt…geschafft…die OF-Serie war damit also beendet…!!!!!!!
Bei Conny ebenfalls….ein Butt…das fing ja gut an.

Es dauerte dann eine Weile, wir haben Schnüre getüddelt, weil die Strömung uns einfach nicht wohlgesonnen war. Nachdem ich dann auch noch mit meinem Wahnsinns-Krallenblei einen Stein mit Kiloweise Kraut an den Strand gedreht hatte, hatte Conny schon 6 Dosche an den Strand geholt. Nach dem Stein folgte dann auch endlich mein erster Dorsch…ohoh…das war ein Gefühl, ich wußte schon gar nicht mehr wie sich das anfühlt….mit mittlerweile eiskalten Fingern einen Dorsch aus dem Wasser zu drehen…41 cm hatte das gute Stück…und von da ab ging es eigentlich nur noch so weiter… Zu meiner Schande muß ich gestehen, daß ich wohl heute erstmal zum Angelgerätehändler meines vertrauens muß, da ich von ganzen 4 nur noch eine E-Spule besitze….da ich mir doch sage und schreibe 3 x das ganze Geraffel abgerissen habe.

Derweil hatte Constanze schon den einen oder anderen Dosch mehr im Eimer…aber nun war ich auch endlich an der Reihe, ein Dosch nach dem anderen und los ging´s…ratz fatz hatte ich die nächsten zwei im Eimer….(ich muß an dieser Stelle wohl kaum erwähnen, daß ich mich doch mit einem sehr breiten Grinsen in meinen Beach-Rolly habe plumpsen lassen, um gemütlich einen Tee zu trinken… nachdem mein Bussard mir völlig frustriert am Handy mitgeteilt hatte, daß er doch tatsächlich nur einen Dosch verhaften konnte).

Dann, was war das? So langsam ging es auf 21:00 Uhr zu und wir hatten 15 schöne Fische, so schlecht lagen wir also gar nicht, da ging meine rechte Rutenspitze mit einem Ruck nach unten und dann fiel mir das gute Stück auch noch aus dem Brandungsdreibein, hatte ich die Dinger wohl doch ein bißchen hochgestellt ?!

Ich also die Rute aus dem Sand gebuddelt und gedreht…uuuuiii, das fühlte sich aber ganz schön schwer an…also vielleicht noch ein Stein mit Kraut gefällig ?! Beim Drehen wurde es auf einmal ganz leicht und ich dachte, na Klasse…schon wieder abgerissen das Ding…aber nein…der Fisch meinte es gut mit mir und schwamm erstmal in Richtung Strand und da wurde es auch schon wieder schwerer, meine Finger waren eiskalt, meine Arme waren langsam lahm und was kam zum Vorschein, ein schöner fetter Dorsch von 49 cm und mindestens 5 kg Kraut. Fisch mit Gemüse, also wunderbar, irgendwie habe ich es dann doch geschafft, diesen Haufen an den Strand zu drehen…ziemlich k.o. und glücklich….so kurz vor Schluß noch so einen Fischi…

Jetzt hieß es also einpacken und ab zum Messen, ich hoffe doch sehr, daß Constanze und ich nicht näher beobachtet wurden. Bei unserem Dega-Rolly-Belastungstest, eine Kiepe, drei Eimer, die Wurmbox, 2 Futterale und das ganze gut verpackt mit 1000 Spanngurten hatten wir beschlossen, das ganze gemeinsam zurückzuziehen (stellte sich als gar nicht so einfach raus, da ich eindeutig kürzere Arme hatte als Constanze).

Beim Messen haben wir natürlich ersmal die Lauscher aufgesperrt, was denn nun hoch war bei uns und irgendjemand sagte immer was von 16. Die hatten wir auch, das fing ja schon mal gut an, davon angetrieben, haben wir es dann auch irgendwie geschafft, uns noch den ganzen Weg zum Auto zurückzuschleppen.

Völlig erledigt, ab in den Dänschendorfer Hof, bei uns im Sektor waren es glaube ich 181 Fische. Es gab dreimal eine 16, Constanze und ich hatten die kleinsten 16, aber immerhin…wir hatten 16 *grins*….tja, was soll ich sagen…der kleine Fisch hat endlich seinen ersten Becher (potthäßlich das Ding mit viel Ikea-blau und so *lach*) aber was soll´s…ich hatte jedenfalls einen tollen Abend mit Contanze, die uns mit 12 Fischen doch erheblich nach vorne gebracht hat…aber auf meine 4 war ich dann doch schon stolz…und mit einem kleinen Lächeln sei noch am Rande bemerkt, daß wir damit den 3ten Platz in Sektor D gemacht haben…ich denke, das darf sich sehen lassen.

Und so freue ich mich natürlich um so mehr auf das nächste Wochenende, bei dem ich hoffentlich genauso viel Spaß haben werde, wie in den letzten Tagen.