Bergab und mit Rückenwind – tolle Weiten bei den Sussex Open 2011. Die Wiese des Sussex Casting Club in Steyning ist legendär, werden doch da im Schnitt zehn Meter weitere Würfe gelandet als auf herkömmlichen Wiesen; allerdings ist es gar nicht so einfach, bei Wind und Wetter überhaupt gut zu werfen, aber wenn das Blei erstmal fliegt, dann fliegt es… Ein kurzer Reisebericht vom diesjährigen Surfcasting Turnier in Steyning.

Surfcasting International

Erst bei internationalen Veranstaltungen zeigt sich, wie man tatsächlich da steht, denn wenn man in den Zeitschriften von atemberaubenden Weiten liest, heißt das noch lange nicht, dass die Werfer auch tatsächlich so viel besser sind als wir selbst. Darum soll das internationale Engagement größer werden, und nach dem Länderkampf im Mai war das offene Turnier des Sussex Casting Club in Steyning im Süden Englands, nicht weit entfernt von Brighton, das zweite internationale, an dem Werfer von uns teilnahmen. Frank Mittag, Stephan Laudage, Steffen Schulz und Dirk Christiansen machten sich auf, zu schauen, wie wir denn so stehen, und wurden mit respektablen Weiten belohnt!

Das Panorama auf der Wiese ist atemberaubend – man steht auf einem Hügelkamm und kann zu zwei Seiten runter auf das Meer schauen! Das Feld geht auch ganz leicht bergab, und wenn ein wenig Wind, hat man keine Chance, als mit dem Wind zu werfen – ideale Voraussetzungen für weite Würfe.

Der Modus sollte folgender sein: Jeder Werfer machte am Samstag zunächst drei Würfe mit 100, dann mit 125 Gramm, danach hatte er freie Wahl zwischen den Gewichten, so lange geworfen wurde; am Sonntag folgte dann gleiches Prozedere mit den 150 und 175 Gramm. Um es vorweg zu nehmen: Es war am Samstag nicht einfach, überhaupt zu werfen, der Wind war so stark, dass es schwierig wurde, überhaupt die Rute festzuhalten, geschweige denn vor allem das leichte Blei zu kontrollieren. So hatten auch viele Werfer mit den ersten drei Würfen keinen gültigen im Feld, einschließlich Weltmeister Danny Moeskops, und der Wind drehte zunehmend, bis er von der Seite kam, was die Sache natürlich nicht leichter machte.

Andy Copping demonstrierte an diesem Tag, was mit leichten Bleien machbar ist: Die 100 Gramm katapultierte er auf 277,25 Meter, die 125 sogar auf sagenhafte 286,76! Wenn man ihn allerdings werfen sieht, ahnt man, wo es herkommt – er hat beim Pendeln schon mehr Zug auf der Rute, als so mancher Brandungsangler bei besten ‚Gewaltwürfen‘! Aber auch wir erzielten noch gute Leistungen, Frank erreichte 234,96 mit den 100 und 234,68 mit den 125 Gramm und hat damit zwei neue Bestweiten; Dirk schaffte ‚nur‘ 208,65 mit den 100 Gramm (im allerletzten Wurf des Tages!), aber 232,37 mit den 125, Stephan 213,31 und 182,02 Meter und Steffen 211,98 und mit den 125 Gramm erstmals über 220, nämlich genau 220,67 Meter!

Enorme Weiten im Surfcasting

Der Sonntag war nicht annähernd so ‚weitenträchtig‘ wie der Vortag; wesentlich weniger Wind machte das Werfen zwar leichter, aber dafür die Weiten auch geringer. Unschlagbar heute war Danny, der beide Gewichte um die 270 Meter warf (271,40 und 269,16) und damit alle anderen weit hinter sich ließ; wir deutschen brachten es auf folgende Weiten: Frank 217,33 mit den 150 Gramm und 208,87 mit den 175, Dirk 221,57 und 209,15, Steffen 182,56 und 180,10 und Stephan auf 200,75 und 188,48 Meter.

Die Gesamtehrung wurde dann auch tatsächlich eng; ganze acht Werfer warfen über tausend Meter, also hatten einen Schnitt von über 250 Metern! Mit weniger als acht Metern Vorsprung (aus vier Disziplinen wohlgemerkt!) siegte Andy Copping mit 1071,96 Metern vor Danny Moeskops mit 1063,79 und Andrew Gormley aus Irland mit 1049,58 Metern.

Wir waren freilich sehr zufrieden; es wäre noch mehr drin gewesen, aber wir hatten alle (bis auf Stephan; da arbeiten wir noch dran, nächstes Jahr steht das auf dem Plan) neue persönliche Bestweiten, einige sogar gleich mehrere in verschiedenen Gewichten.

Ein ausführlicherer Bericht steht im kommenden Surfcasting-Magazin, wer sich dafür interessiert kann das gerne bei mir anfordern, es ist gratis als pdf-Datei erhältlich.