Im Angelsport und auch beim Hobby Angeln hat sich im Bereich der Materialien in den letzten Jahren sehr viel getan. Angelruten müssen großen Belastungen standhalten. Deswegen kommen sehr leichte, aber dennoch strapazierfähige Materialien wie Karbon zum Einsatz. Aber nicht nur bei den Ruten wurde einiges verbessert, sondern auch bei den Angelrollen. Hatte eine alte Angelrolle gerade mal zwei Kugellager, so findet man heute Angelrollen mit fünf und mehr Kugellagern, die einen leichteren Lauf der Rollen versprechen sollen.

Weiter geht es mit der Schnur. Auf den ersten Blick sehen sich herkömmliche und neuentwickelte Schnüre absolut ähnlich doch schaut man sie sich durch ein Mikroskop an, so stellt man ganz schnell fest, dass selbst feine Schnüre nicht mehr nur aus einem langen, sondern mehreren ineinander verflochtenen Fäden bestehen, was die Schnur dünner und strapazierfähiger macht. Auch Köder werden heute zum Teil aus sehr hochwertigen Materialien angefertigt. Spezielle Gummimischungen für z.B. Wobbler werden in entsprechenden Labors genauestens unter die Lupe genommen.

Doch damit nicht genug. Auf dem Markt finden sich hochmoderne Geräte wie elektronische Bissanzeiger, die schon bei der geringsten Bewegung der Schnur ausgelöst werden. Selbst Rutenhalter, Angelstühle, Sitzkiepen und anderes Equipment werden aus sehr leichten und robusten Materialien produziert. Auch automatische Hakenbindemaschinen sind Bestandteil dieses Wettrüstens. Es stellt sich die Frage, ob all dies notwendig ist, oder ob eine herkömmliche Angelausrüstung in der heutigen Zeit immer noch ihren Zweck erfüllt. Schade ist, dass alte Künste, wie z.B. das Hakenbinden durch solche Neuerungen auf der Strecke bleiben und irgendwann vielleicht nur noch von wenigen Anglern beherrscht werden. Die Materialschlacht wird, wie in anderen Bereichen auch, auf jeden Fall weitergehen und es bleibt spannend, was uns als nächstes in der Welt des Angelsports erwartet.

Fazit: Angeln soll in erster Linie Spaß machen und keine Materialschlacht sein, die von uns fordert, ständig neues und besseres Equipment anzuschaffen.