Moin Jungs und Mädels, als ich so da saß und über die Einladung von Fiete wegen der Bootstour nachdachte, keimte in mir der Entschluss auf: Wenn du schon hocheierst, dann kannste wenigstens heute Abend noch in die Brandung. Marcel Martins guckte jedenfalls ziemlich sparsam, als ich plötzlich vor ihm stand und Wattwürmer und Seeringelwürmer haben wollte. Wir schnackten kurz und dann wollte ich weiter, Marcy riet mit noch ablandig, aber was soll’s, die Wettervorhersage lügt eh …

Ab auf die A1 und dann Richtung Dahme ab, ich wollte meinem kleinen wenigstens guten Tag sagen. Als ich dann so vor Ihr stand, rief sie direkt, nein sie schrie: “Komm und beangel mich, da konnte ich nicht widerstehen, ich musste rauf auf sie.” Mein Lieblingsgastwirt, der mich immer hinter seinem Haus parken lässt, schaute ziemlich komisch, jedenfalls hat er mich noch gefragt: „Du willst doch nicht etwa angeln gehen“. „Oh doch“. „Viel Spaß und ne menge Petri Heil“.

So, rauf auf die Promenade, Mensch das ist ja nur ein bischchen windig, also trotzdem genug Sand in den Beutel fürs Dreibein. (Was sich später noch als Spaßbremse heraus stellte) Als ich dann auf der Brücke war, ich dachte mir, es gibt ja bestimmt nicht ganz so viele Glücksritter die heute angeln, wurde ich von den Tatsachen eingeholt. Zu meinem Glück hatten viele von unseren osteuropäischen Freunden die Brücke besiedelt und alles dicht gestellt. Also links vor den Kopf, Dreibein aufbauen und los. Es war richtig lauschig: Wind, 5-6 und Schnee aber nicht den ganzen Abend, denn zum Glück hagelte es auch zwischendurch. Binnen kurzer Zeit war meine Rutentasche unter einer kleinen Schneewehe verschwunden, und zum Glück bildete sich Eis auf den Ruten und ich hatte fast keine Probleme, meine Messlatte im Schnee zu finden. Es war richtig schön, die Hände aus den Taschen zu nehmen und sie mit Eiswasser zu benetzen damit ich neu anködern konnte, das habe ich natürlich ausgiebig und lang anhaltend getan. Schade war eigentlich nur, dass die Wattis gefroren haben, also bekamen sie von mir meine Wärmepads. (Ich wollte Ihnen doch helfen und sie haben mich richtig angefleht).

Aus Ermangelung von Bissen, (Es waren 3 und ich hab sie absichtlich vergeigt, ich wollte doch den armen Fischen nichts zuleide tun), habe ich dann einen schönen Schneemann gerollt und unter mein Dreibein gestellt. Ach war der niedlich … Aber dann, ja dann, tja dann: ist der Sand aus meinem Beutel entwichen und es war wie gestreut, es war gar nicht mehr rutschig, schade es hatte gerade angefangen, Spaß zu machen über die brigde zu skaten! Gegen 22:00 Uhr zwang mich dann eine Hitzewallung, zum Auto zu gehen und meine Pillen zu nehmen, da ich schon mal da war, fuhr ich dann schnellen Schrittes zum Parkplatz Rosenfelde. Dann begann der kulinarische Höhepunkt meiner Reise: Nach einer kleinen Consome Double freute ich mich über den Hauptgang: Rehgoulasch mit Speckknödeln an Rotkraut, abgerundet wurde das Mahl mit einer Creme Bruellet. Ich genoß dieses Essen mit einer warmen Weinzubereitung aus edlen Gewürzen und einen 92er Medoc. Ermattet stürzte ich mich dann in mein Daunenbett! Der Morgen begann mit warmen Brötchen und einem weichgekochten Ei, Konfitüre und Honig. Mein Blick streifte über die weiße Landschaft und ich wusste es, heute gehst du nicht angeln, du kannst doch nicht den anderen alle Fische wegfangen.

Also wollte ich den Bridgestone-Vergleich aus der F1 widerlegen und schrotete los, leider kam dann ein Schneepflug, der im Weg war und sich festgefahren hatte, ich zog ihn dann mit meiner Renngazelle namens Opel Corsa wieder frei. Dankbarkeit wurde groß geschrieben. Da heute Morgen ja schon Tauwetter einsetzte, brach in mir der Entschluss, dass Ostholstein heute auf mich verzichten muss, also ab auf die Bahn und mit 160 km/h nach Hause.