Nun möchte ich Euch meinen ersten Bericht der Brandungs-WM in Italien schreiben. Ich werde die gesamte WM in kleineren Artikeln zusammenfassen, da es sonst den Rahmen sprengen würde. Am 7.10.05 fing sozusagen alles an. Tackle kam am Abend zu mir. Wir haben uns vorgenommen alle Sachen die wir mitnehmen wollten nochmal zusammen durchzugehen und dann ins Auto zu packen. Als erstes wurde ne große Pizza bestellt um etwas Kraft in die Arme zu bekommen. Dann fingen wir an. Ich kann Euch sagen-wir hätten auch einen Angelladen eröffnen können, soviel Kram hatten wir dabei. Nur wie sollten wir das Alles mitbekommen ? Tackle ist völlig durchgedreht. Er hatte alleine 7 Jacken dabei, was ich für sehr übertrieben gehalten habe, aber jeder von uns beiden hat in der einen oder anderen Sache etwas zuviel des Guten dabei gehabt. Wir packten und packten und plötzlich war es schon 3 Uhr nachts. Tackle hat sich dann schlafen gelegt. Ich musste leider noch ins Büro zu mir fahren da ich noch wichtige Dinge zu erledigen hatte. Irgendwann bin ich dann gegen 7 Uhr morgens ins Bett gegangen. Mir war nun eigentlich klar, dass ich die anstehende Fahrt nicht wirklich überstehen kann.

Weltmeisterschaft im Brandungsangeln 2005 Teil 1

Um 9.30 Uhr hat mein Tacklechen mich dann ganz zärtlich aus dem Schlaf gerissen 🙂 Wir wollten ja noch zum Pro Tack Cup fahren. Als Vollblutangler kann man eine solche Veranstaltung natürlich nicht sausen lassen. Mit nur 2 1/2 Stunden Schlaf dort angekommen haben wir auch schon die Aufregung in den Knien gehabt. Direkt im anschluß des Cups wollten wir nach Italien aufbrechen. Eine Fahrt von 16 Stunden und 1650 KM.

WM Italien 2005 © Agalatze

WM Italien 2005 © Agalatze

Der Pro Tack war dann gelaufen und wir quatschten noch ne Runde mit unseren Kollegen Werner Pürschel und Dieter Großmann sowie unseren Coach Andreas Rathje. Ich kann nicht verstehen warum, aber alle wollten mich dazu bewegen erst am nächsten Tag zu fahren wegen des wenigen Schlafes, doch ich war unermüdlich,meine Aufregung trieb mich vorran. Im 100 Meter Lauf hätte ich wohl sogar den gedopten Ben Johnsen nieder gemacht. Adrenalin ist halt der beste Aufputscher ! Also ging es ab nach Hause um weiter zu packen. Gegen 5.45 Uhr kamen wir dann endlich aus Hamburg los. Jetzt haben wir erstmal unser Leiblingslied eingestimmt und sangen fröhlich vor uns her. Zum Glück hat das keiner gesehen oder gehört. Außerdem gab es noch meinen Kampfschrei “EIjeijeijeijei” !!!

WM Italien 2005 © Agalatze

WM Italien 2005 © Agalatze

Tackle der anfangs sehr sehr müde war, hat wohl aufgrund der Helligkeit seine Müdigkeit verloren und war auch hellwach. So fuhren wir dann Kilometer für Kilometer. Aber auf Höhe von Soltau hörte ich dann doch das erste Schnarchen von der Seite. Ich hingegen habe mit diversen “Red Bulls” für Fitheit gesorgt. Spannend war die Autofahrt eigentlich nicht, naja wenn man mal von den Damen absieht die einen hin und wieder nett angrinsen.

WM Italien 2005 © Agalatze

WM Italien 2005 © Agalatze

Um München herum war dann auch schon der erste Stau. Ich war natürlich etwas gefrustet, wobei man sagen muss, dass wir nach ner halben Stunde auch wieder flott weiterfuhren. Nun gings Richtung Österreich und die Alpen kamen zum Vorschein. Man ist das ne Kulisse !!! Traumhaftschön unsere Berge. Immer wieder ist das ein Erlebnis für mich in den Bergen zu sein-zumal ich ja nun ein Flachland Jung bin. Und es wurde noch schöner, ein wunderschöner Fluß begleitete uns auf der Fahrt Richtung Italien. Auf den Bildern seht Ihr was ich meine. Für die Bilder bin ich extra auf der Autobahn angehalten und habe mich durch ein Gebüsch gekämpft. Hier wird wohl jedem Fliegenfischer ganz heiß und kalt.

WM Italien 2005 © Agalatze

WM Italien 2005 © Agalatze

Dann fuhren wir über die berühmte Europabrücke. Tackle mochte nicht zur Seite gucken da er leichte Höhenangst hat. Wir machten erstmal Rast um dann nochmal die Aussicht genießen zu können. Die Bilder seht Ihr auch unten im Anhang. Für mich war das ganze eher witzig, aber Tackle hatte wirklich muffe und hat immer einen sicheren Abstand zu den Schluchten gehalten, obwohl Geländer usw. vorhanden waren. Dann noch kurz getankt und “huch,was ist das denn” ? Eine Oberpornohobel stand plötzlich neben mir. Ich meine das Auto was Ihr auf dem Bild sehen könnt. Sowas habe ich noch nie gesehen-und ich habe null Ahnung was das war. Zwar kenne ich mich ganz gut aus, aber so einen habe ich noch nie gesehen. Meine Fresse hatte der einen Sound ! Unfassbar !!

WM Italien 2005 © Agalatze

WM Italien 2005 © Agalatze

Tja und so fuhren wir wieder unsere Kilometer bis wir über den Brenner nach Italien kamen. Tolle Strecke ! Eines möchte ich hier aber noch anmerken, die Italiener sind gefahren wie verrückte. “Blinker links” gehört dort irgendwie dazu, genau wie einfach herausschehren usw usw… Da habe sogar ich Panik gehabt. Nach ner Zeit hat man sich dann dran gewöhnt und ist mit dem Strom geschwommen, wenn Ihr versteht was ich meine.

WM Italien 2005 © Agalatze

WM Italien 2005 © Agalatze

Langsam wurde es dann dunkel und der Verkehr nahm wahnsinnig zu. Wenn nicht Sonntag gewesen wäre, dann hätte ich auf Feierabendverkehr getippt aber dem war ja nicht so. Stockend ging es vorran auf Höhe von Verona, Modena und Bologna bis wir endlich wieder freie Fahrt hatten und Richtung Küste kamen. Die Autobahn bei Rimini hat uns dann auch schon ein tolles Panorama über die Beleuchtete Küste gegeben. Nun mussten wir nur noch über Ancona nach Porto Saint Elpidio. Die Fahrt wurde nun auch langsam schon ungemühtlich, der Rücken tat etwas weh, die Beine schreiten nach ein paar Schritten zum Austreten und etwas Erschöpfung kam auch hinzu. Vielleicht sollte ich auch noch erwähnen, dass ich ungefähr schon 25 Red Bull in mich hineingesoffen habe 🙂 und die ganze Tour alleine gefahren bin. Zum Glück sind wir dann auch endlich angekommen. Die Mautstellen zauberten uns einschließlich des Brenners über 40 Euro aus dem Kreuz ! Österreich war dagegen mit knapp 8 Euro richtig billig.

In meinem nächsten Bericht lest Ihr dann aller über “Die Ankunft” ! Ich hoffe es hat Euch schon ein wenig gefallen.