Die schöne Tinca Tinca ( Schleie ) gern mag Sie Mais und Regenwurm in der Abenddämmerung oder im frühen Morgennebel. Was Sie aber ganz besonders braucht ist Ruhe an der Angelstelle.

Auch wenn die Schleie keine direkte Schonzeit hat, da die Laichzeit von Mai bis Juli geht, finde ich persönlich das man in dieser Zeit zwar nicht verhindern kann eine Schleie zu fangen, fände ein Catch and Release (Fangen und wieder Freilassen) auch von massigen Fischen schöner, als die vom Gesetzgeber vorgeschriebene Regelung: den Fisch abzuschlagen. Denn leider ist es Vorschrift einen nicht geschonten und über dem Mindestmaß liegenden Fisch dem Gewässer zu entnehmen.

Catch & Release

Das Catch & Release, also das Zurücksetzen eines gefangenen entnahmefähigen Fisches in das Gewässer, stellt eine Tierquälerei (§ 17 Nr. 2 b Tierschutzgesetz – TierSchG) dar. Es handelt sich um die Zufügung “länger anhaltender erheblicher Schmerzen und Leiden” (AG Bad Oeynhausen, Urteil vom 10.04.2001, Az. 5 Cs 16 Js 567/00; s.a. Drossé, AgrarR 2002, 111; a.A. mit beachtlichen Argumenten: Jendrusch/Arlinghaus, AuR 05, 48-51). Der Strafrahmen beginnt bei Geldstrafe und endet bei einer dreijährigen Freiheitsstrafe.

Quelle: RA Klose

Steckbrief der Schleie

Die Schleie gehört zur Familie der Karpfenfische (Cyprinidae), zur Unterfamilie Tincinae und zur Gattung Tinca. Da dieser Fisch über die Möglichkeit verfügt in eine Hitze- bzw. Kältestarre zu treten, ist es ihm möglich eine kurze Zeit mit extrem wenig Sauerstoff und enormen Temperaturschwankungen aus zu kommen.

Schleien lieben Wassertemperaturen zwischen 12/13 Grad und 25/26 Grad Celsius. Die Laichzeit liegt gewöhnlich, je nach Wetterbedingungen und Wassertemperatur von mindestens 18 Grad, in den Monaten von April bis Juni. Die bevorzugte Nahrung sind kleine Lebewesen wie Würmer und Schnecken, aber auch junge Algen.

Mindestmaße und Schonzeiten der Schleie

Für mich persönlich ist es unverständlich, das es in Niedersachsen keine allgemein gültige  Schonzeit und Mindestmaß für Schleien gibt. Für mich ist das kein Wegwerfprodukt sondern ein Edelfisch. Die Bestände werden fast nur noch durch Angelvereine in den eigenen Vereinsgewässern gesichert. Durch interne Mindestmaße und Fangbegrenzungen, Besatz und viele Hege ist zumindest in den meisten Vereinsgewässern eine gesunde Population vorhanden.

Schaut euch die Tabellen mit den Mindestmaßen und Schonzeiten auf diesen Webseite ruhig mal in Ruhe an. Mich ärgern Mindestmaße wie Zander 35 cm, Hecht 40 cm, Forelle 25 cm oder Aal 35 cm für das Bundesland Niedersachsen. Wann werden den mal Angler gefragt bevor solche Maße festgelegt werden? Ich kann mir wirklich nur vorstellen, dass hier die kommerzielle Fischerei den Vorrang hat, damit Sie schneller “Ernten” und verkaufen können.