Verzichten fällt immer schwer. Andererseits ermöglicht bewusster Verzicht in vielen Fällen, dass man vollkommen neue Erfahrungen macht. Eine ganz besondere Variante dieser Form von Einschränkung ist der Verzicht auf so gut wie jede Form von alltäglichem Luxus: das Survival Camp.

Ab in die Zelte – so lebt es sich draußen

Man hat auf einen Schlag kein festes Dach mehr über dem Kopf, die Wärme kommt nicht mehr aus dem Heizkörper und was man abends isst, muss sehr viel mühsamer zubereitet werden, als in einer voll eingerichteten Küche. In manchen Camps muss man das Essen sogar zuvor sammeln. Entsprechend hungrig wacht man teilweise auf. Statt der morgendlichen heißen Dusche steht dann der Gang zur nächsten Wasserstelle an. Wenn man auf Seife nicht verzichten möchte, sollte diese biologisch abbaubar sein.

Überhaupt benötigt man ganz andere Dinge als bei einem “normalen” Urlaub. Von wetterfester Kleidung, festem Schuhwerk über einen Rucksack, Schlafsack und Isomatte bis hin zu Messer und Stirnlampe muss an vieles gedacht werden. Eine Stirnlampe ist schon deshalb wichtig, weil die Zelte keine Beleuchtung haben. Zum Gemüseschneiden für das Abendessen benötigen Sie beide Hände und haben keine weitere frei für eine Stab-Taschenlampe.

Abenteuer im Freien – Sport der besonderen Art

Schon das Entfachen eines Feuers wird ohne Streichhölzer oder Feuerzeug zur sportlichen Übung, die eine Menge Ausdauer erfordert. Aber auch der Umgang mit einem Jagdbogen, das Errichten von Notunterkünften für die Nacht (nicht jedes Camp erlaubt Zelte) oder dass Spannen von Seilbrücken stehen auf dem Programm – und das vollkommen unabhängig davon, welches Wetter gerade herrscht. Schließlich geht es ja gerade darum, das Überleben in der freien Natur zu trainieren. Im Ernstfall könnte man bei Dauerregen auch nicht einfach aussteigen.

Schon zwecks Nahrungssuche kann man nicht den ganzen Tag im Camp selber verbringen. Deshalb stehen auch die Orientierung im Gelände mit Kompass und Karte aber auch mittels natürlicher Hilfsmittel auf dem Programm. Hier gilt es dann, Hindernisse im Gelände mit möglichst einfachen Mitteln zu überwinden. Ohne Brücke ist die Überwindung selbst eines kleinen Flusses häufig schon großer Sport. Abgerundet wird das Ganze häufig durch die Erläuterung von Erste Hilfe Maßnahmen im freien Gelände und Unterrichtungen in Wetterkunde. Spätestens dann ist man endgültig “fit für draußen”.