Wir, das ist Hartmut aus Kiel und ich, Kay aus Itzehoe, hatten uns vorgenommen, am 16.02 mit der Hai IV aus Heiligenhafen zu fahren. Am 17.02. wollten wir in die Brandung und ich hatte Aga um Tipps gebeten, wo wir am besten auf Fehmarn fangen. Doch dazu mehr…. Wir sind bereits am 15.02. angereist und haben auf dem Segelschiff Prince Hamlet übernachtet. Sehr zu empfehlen, denn die Übernachtung kostet 15 Euro incl. Frühstück. Wir trafen dort so gegen 17:00 Uhr ein und erhielten eine Kurzeinweisung vom Skipper Horst.

Kutterangeln auf der MS Hai 4

Danach haben wir uns es im Aufenthaltsraum der Hamlet gemütlich gemacht und unterhielten uns mit Anglern aus dem Schwarzwald (900 km Entfernung!!!!), die bereits seit einer Woche vor Ort waren. Die erzählten uns gleich, daß es bisher nicht allzu dolle war…. Man waren wir gefrustet….

Am 16.ten dann morgens um 05:30 raus, schön gefrühstückt und auf zum Kutter. Wir hatten uns zwei Plätze im Bug reservieren lassen, so daß wir den “Run” auf die besten Plätze, so wie wir es aus Laboe kannten, gar nicht erst mitmachen mussten. Es waren auch lediglich 25 Mitangler dabei, so daß jeder genug Platz hatte. Pünktlich um 07:30 los. Als wir aus dem Hafen fuhren, kam dann doch die Enttäuschung. Schlechte Sicht, also war an die Fahrrinne um Fehmarn nicht zu denken. Ich hatte dann schnell meine Montage mit zwei Jiggs und Pilker montiert. So gegen 09:15 dann endlich das Signal.

Raus mit der Montage soweit es ging. Dabei dann noch mal schnell nach hinten geschaut und schon waren die ersten Ruten krumm. Auch bei mir stieg ein schöner Dorsch auf orangen Jigg ein. 65 cm und rund 3,5 kg schwer. Was für ein Einstand. Kurz den Fisch versorgt und wieder raus mit der Montage.Erneut stieg ein schöner Dorsch mit aller Gewalt ein. Diesmal 72 cm und knapp 5 kg. Die erste Drift. Das hatte ich bisher noch nie erlebt. Das Grinsen ging bei mir von einem Ohr bis zum anderen, zumal Hartmut, der seit 20 Jahren von Laboe aus fährt nicht einen Anfasser gehabt hat. Ich habe mir den ganzen Abend den Spruch “Kutterangeln muss man in der Pi**e haben” anhören müssen. Wir waren nämlich einmal vorher zusammen mit der MS Langeland draussen und da hat er drei gefangen und ich bin Schneider geblieben.

Danach fuhr der Skipper weiter und die nächsten Driften folgten. Nicht einen Anfasser mehr. Ich beobachtete einen Angler der direkt am Eingang stand. Er zog einen nach den anderen. Seltsam seltsam dachte ich so bei mir. Bis zum Mittag tat sich bei uns gar nichts mehr. Es blieb weiter diesig und neblig, dazu war es an den Fingern richtig kalt. Na ja, ich machte mir Mut: Nach dem Mittag läuft es besser….. Ich baute meine Montage ein wenig um. Der organge Jigg hing jetzt da, wo vorher der schwarze hing und umgekehrt. Glaube versetzt ja bekanntlich Berge…

Nach dem Umbau wieder raus mit der Montage und zack bog sich auch die Rute. Ein Dorsch von 67 cm und auch kurz vor 5 kg auf den orangen Jigg. Es war jetzt so ungefähr halb zwei und wir hatten nicht mehr allzu lange bis wir die Rückfahrt antreten. Beim letzten Fisch ist mir der Haken vom Jig abgebrochen, und ich schnitt den Beifänger ab. Ich hatte auch keine grosse Lust mehr die Montage zu wechseln. Also kurz überlegt: Was machste nun??? Ich wechselte kurzerhand den Pilker, zog einen blauen silbrigen 85 gr Pilker auf und schnitt auch den zweiten Jigg ab, dazu noch ein Kopfdrilling und fertig war ich damit. Bei diesem Wechsel hörte ich neben mir den Hartmut mit “Strike” und er fing doch tatsächlich seinen ersten Dorsch. 45 cm und kanpp 1,5 kg. So die letzte Drift für heute. Ich raus mit dem Pilker und dann wieder nach oben gerissen. Beim absacken ein Knall im Handgelenk und die Rute sowas von krumm, das hab ich noch nicht erlebt. Immer pumpen und drehen, pumpen und drehen. Mittlerweile hatten auch die anderen Angler bemerkt, wie sich meine Angel bog. Harmut murmelte nur immer, daß kann doch nicht angehen… Dann endlich kam er hoch, nach unendlich langer Zeit, denn er hatte so ungefähr 60 m vor dem Boot gebissen. Ich sah nur einen riesigen weissen Bauch. Skipper Günter kam angelaufen mit dem Gaff und schon war das Ding an Bord. 95 cm bei 9,7 kg. Was für ein Löwe.

Danach war dann auch Ende mit angeln. Ich hatte 4 Dorsche gefangen, damit war ich für so einen “schlechten” Angeltag sehr zufrieden. Denn der beste hatte 6 Stück gefangen und das war der, der am Eingang stand und der mir sofort aufgefallen war. Die meisten Angler hatten einen oder zwei, etliche waren Schneider geblieben. Auf der Rückfahrt haben wir den Fisch versorgt und ich habe ein wenig nachgedacht. Aga schrieb mir, daß es zurzeit nicht allzu dolle in der Brandung ist. Und auf dem Kutter fand ich es richtig geil. Naja lange Rede kurzer Sinn, ich zu Hartmut und ihn gefragt ob er auch noch mal mit der Hai raus will. Auf alle Fälle, denn so könne er nicht nach Hause. 4:1, das kratzte ganz schön an seinem Ego. Und wieder musste ich mir anhören, daß es früher viel viel besser war. Mindestens 25 Fische pro Ausfahrt von Laboe. Mindestens und laber laber laber.

Morgen zeigt er mir wo der Hammer hängt, daß sei sicher. Ein wenig Pech habe er gehabt…. Aber davon in meinem nächsten Bericht, denn da wusste er nicht, daß es noch schlimmer für ihn in unseren persönlichen Duell werden würde…..