Endlich mal wieder mit der MS Südwind raus. Viel Wasser von Oben, schoene Fische von unten. Für mich war es endlich mal wieder soweit! Ich konnte mal wieder einen Tag auf dem Kutter einplanen. Am 30.03.2006 hatten wir für einen Tag auf der Südwind in Burgstaaken gebucht. Wir kennen das Schiff von früheren Touren, die recht zufriedenstellend waren. Da auch die notwendigen 3 Plätze frei waren, war die Entscheidung klar.

Kutterangeln mit der MS Südwind

MS Südwind © Albrecht

MS Südwind © Albrecht

Da wir nicht wirklich nachts um 3 Uhr aufstehen wollten um 6:45 am Kutter zu sein haben wir uns beim Kapitän ein Zimmer gemietet. Er bietet mehrere recht günstig an, nur etwa 200 m vom Hafen entfernt. Sehr einfach, Betten sind jedenfalls viel bequemer als die auf dem Schiff vorhandenen Kojen. Vorteilhaft auch, dass man Abends schon seinen Platz auf dem Kutter reservieren kann.

Nun denn, am 29.03 die Kisten und Ruten rein ins Auto und ab auf die Autobahn und 330 km durch den Regen in Richtung Fehmarn gedüst. Am Hafen in Burgstaken angekommen: Regen, Regen und böiger Wind. Auf dem Schiff dann auch keine Luxusplätze ergattert – Bug und Keck waren belegt, aber wir waren dicht dran. Zumindestens die Berichte der Angler, die an den Vortagen an Bord waren, stimmten optimistisch. Da war von mehreren Fängen oberhalb von 10kg die Rede. Am nächsten Morgen, hatten sich Wind und Regen erst einmal beruhigt, der Wind hatte aber auch gedreht. Während der Ausfahrt haben wir sogar einmal die Sonne knapp über dem Horizont gesehen. Zum ersten und auch zum letzten Mal an diesem Tag, wie sich später zeigen sollte. Wir ließen uns in der Zeit Kaffee und Frühstücksbrötchen schmecken und schraubten dann unsere Ruten zusammen. Dann wieder die Frage, welche Montage probiert man zuerst. Nun, mit einem 100g Pilker gelb / rot und zwei schwarz/rote Jiggs machst Du nicht viel falsch, dachte ich mir. Nach mehr als 1,5 Stunden Fahrt drosselte der Kapitän die Maschine, eine tiefere Stelle (25m) im Fehmarnbelt war erreicht. Die See war bei Wind 3-4 relativ ruhig, kein Regen. Dann endlich die Hupe und ab mit dem Eisen. Gespanntes Pilken auf dem ganzen Kahn. Doch zwei ganze Driften lang erst mal gar nichts. Während der dritten Drift wurde hinten der erste Fisch gelandet. Na ja – geht doch. Zack – auch bei mir tat sich etwas. Mitleiderregender 20 cm Dorsch. Das mußt Du doch jetzt noch nicht tun, hab ich ihm noch mit auf den Weg über die Bordwand gegeben.

Fast alle landeten nun Ihre ersten Fische. Nur bei meinen beiden Mitstreitern passierte nichts. Bei mir auch nicht mehr. Ein Abriss und noch so ein kleiner der weiterschwimmen durfte. Mein Nachbar hatte zwar schon 3 verwertbare Fische gefangen, war aber auch nur am Fluchen. Denn so nach und nach wurde klar, wir hatten ein Problem – extrem starke Drift. Selbst 150g Pilker hast Du kaum auf dem Grund halten können. Und schwerere hatten wir nicht eingepackt. Habe ich in der Ostsee bisher auch noch nie gebraucht! Ich hatte glücklicherweise ein 150g Grundblei mit, das sinkt besser und war meine Rettung. Als ich mich in der nächsten Pause umschaute, konnte ich feststellen, dass kaum einer mehr, mehr als einen Beifänger montiert hatte um ja schnell den Grund zu erreichen. Ein Blick auf die Uhr gab mir dann den Rest – die Hälfte der Zeit war schon um.

Schöner Dorsch von der MS Südwind © Albrecht

Schöner Dorsch von der MS Südwind © Albrecht

Nun aber ab mit dem Blei und es möglichst still halten, wenn es denn unten ist. Den Rest macht die Drift. Und die machte es jetzt gut. Kurbeln mußte ich dann noch selbst – aber ein Dorsch von 50 cm beruhigt dann doch das Gemüt. Auch bei meinem Freund Rudi tat sich was, sein erstes Exemplar war auch ganz ansehnlich, doch dann wollte er mich auf der nach unten offenen Dorschskala mit 10 cm toppen. Gelungen. Nun. Das Wetter wurde jetzt kontinuierlich schlechter. Regen satt und zunehmender Wind. Nachdem wir uns aber auf die wiedrige Drift besser eingestellt hatten kam es auch zu kleineren Erfolgserlebnissen. Rudi und Ich fingen insgesamt je 6 Stück, der Größte bei 60 cm. Gerhard konnte nur einen Dorsch und ein langes Gesicht mit nach Hause nehmen. Mein Nachbar links hat dann insgesamt 10 Stück gefangen, einer von 70 cm. Der größte Fisch des Tages wurde auf dem Vorderschiff gefangen = 8,5 kg schwer.

Manchmal ist es auch gut, wenn Angeltage zu Ende gehen – denn auf der Rückfahrt wurde das Wetter noch richtig schlecht. Gut dass wir vormittags draußen waren.