Selten konnte ich vorher über einen geplanten Angelausflug so viel lesen wie vor der MEPO Cup Kutterangeln oder Marcis Angeltörn, wo? Natürlich bei uns im Forum. Wie dies zustande kam, weiß ich eigentlich gar nicht so genau, aber yuppi und sunny hatten es geschafft, unserem Marcel Martins eine Angeltour überzuhelfen, die er als Belohnung auch noch selbst organisieren durfte.

MEPO cup Kutterangeln mit der MS Hai IV

Keine schlechte Idee, denn Marcel hat als Angelgerätehändler und prominenter deutscher Meeresangler natürlich die notwendigen Kontakte, um solch ein Unterfangen innerhalb kürzester Zeit auf die Beine zu stellen. Als Angelkutter empfahl er die “MS Hai IV” mit Heimatort Heiligenhafen, welche in letzter Zeit mit guten und auch zahlenmäßig überdurchschnittlichen Fängen von sich reden machte. Eine Schar williger Anglerinnen und Angler schlossen sich diesem Unternehmen an und diskutierten von nun an immerhin 2 !!! Monate über das bevorstehende Event. Es wurde viel geschrieben, viel interessantes, aber auch viel unwichtiges, es wurden Montagen besprochen, Gummis aus den USA geordert, nur um an diesem einen Tag ein paar Dorsche zu fangen, oder auch Spaß zu haben, oder aber andere zu bedauern, welche von der Seekrankheit heimgesucht werden. Ja, das Wetter war ein Thema, erst am allerletzten Tag konnten wir uns sicher sein: “Es wird regnen, aber es wird kaum Wind geben.”, ein Trost für die “Gleichgewichtslosen” unter uns. Die entgültige Teilnehmer/Innen-Liste von 34 Anglern stand auch erst 2 Tage vor Abfahrt fest, da die Absagen einfach kein Ende nehmen wollten, eine Lehre für das nächste Mal. Ich werde den Tag der Ausfahrt aus meiner Sicht schildern, ich bitte alle um Verzeihung, deren (Nick) Namen ich nicht nennen kann, da wir einfach keine Zeit hatten, uns mal zu unterhalten, oder ich mir die Namen nicht alle merken konnte.

Treffpunkt MS Hai IV - © Meeresheini

Treffpunkt MS Hai IV – © Meeresheini

Für uns Berliner brach der Tag schon ein wenig früher an, um 0:45 Uhr klingelte unser Wecker, Claudia war so schnell auf den Beinen, da hatte ich erst ein Auge offen, ich glaube sie hatte sich heute etwas vorgenommen. Ich lungerte noch ein bissel im Bett herum, da wir uns ja erst um 01:45 Uhr mit Dirk, Steffen, Martin (stf), Helge und Ralf, unserem Fahrer verabredet hatten. Gegen 01:15 Uhr hörte ich Stimmen, ich überlegte, ob ich noch träume, schälte mich aber trotzdem aus dem Bett, und lugte hinter der Gardine hervor und traute meinen Augen nicht. Da hatten sich doch Steffen und Martin bereits bekanntgemacht. Nun aber flott, schnell unter die Dusche und die restlichen Klamotten eingepackt, damit die Beiden nicht noch länger warten müssen. Auf die anderen wartend, bekam ich die erste SMS von Ralf mit dem Text: “Fischalarm, Fischalarm!!!” Aha, er war also schon wach. Um 2:15 Uhr hatten wir uns dann allesamt in das Auto verpackt, machten noch einen Tankstopp und erreichten ohne Probleme um 06:00 Uhr den Heiligen Hafen.

Bepackt wie die Esel begaben wir uns an Bord der Hai IV und begrüßten die uns bekannten und unbekannten Mitstreiter. Die Stimmung schien fröhlich zu sein, als erstes fiel mir Constanze, unser “Kleinerfisch” auf, die sich aber auf einem der davorliegenden Schiffe befand und ein munteres Morgenschwätzchen hielt, so dass ich sie erst gar nicht unserer Tour zuordnete. Da wir ja zackig los wollten, riefen Aga und Marcel die Meute zusammen und machten Anwesenheitskontrolle, alle antworteten brav mit einem verschlafenen “Jaaa”, nur zwei fehlten. Ich kann mich jetzt gar nicht erinnern, wer das war, aber der Name fiel hier schon mal.

Ausfahrt mit der MS Hai IV - © Meeresheini

Ausfahrt mit der MS Hai IV – © Meeresheini

Nachdem sich das fehlende Duo noch heimlich an Bord geschlichen hatte, ging es gegen 06:30 Uhr gen Ostsee. Die Zeit bis zum ersten Antuten nutzten wir und durften einen Pilker, ein Pilkvorfach und ein Basecap einer bekannten deutschen Angelgerätemarke entgegennehmen. Als Gegenleistung mußten wir nun auch noch Glückslose ziehen, welche 2 Zahlen enthielten und unsere Angelplätze an Bord kennzeichneten. Es gab ein paar “lange” Gesichter, dies hatte aber wohl damit zu tun, dass Aga, Marcel und Björn nebeneinander stehen mußten, 3 Spezis angelten sich also gegenseitig die Fische weg, den anderen konnte es recht sein, blieben mehr für uns übrig. Es begann nun ein munteres Wandern, alle nahmen ihre Angelplätze ein und montierten ihr Equipment, lange Ruten, kurze Ruten, schwere Pilker, leichte Pilker, dicke Schnur, dünne Schnur, alles war dabei. Danach ließen wir uns die frischen Brötchen und den Kaffee schmecken, ich versorgte die ersten MEPO-Team-Mitglieder mit Kleidung und da war schon der erste Halt.

Ein gemütliches Miteinander - © Meeresheini

Ein gemütliches Miteinander – © Meeresheini

Da es kaum Wind gab, versuchte ich mein Glück ersteinmal mit leichten Pilkern und einem Seitenarm mit Jig. Nach 10 Minuten war die erste Ernüchterung da, kaum Fisch und wenn, dann nur kleine, zumindest bei mir. Ich mußte mir schon die Frage gefallen lassen, ob ich immer den gleichen fange, denn nach dem dritten Dorsch von ca. 25 cm Länge war die erste Euphorie verflogen. Hier und da kamen die ersten maßigen Fische an Deck, Björn fing gleich mit einer Dublette an, wenn ich es recht gesehen habe, nach den ersten 2 Driften herrschte in meiner Kiste noch gähnende Leere. Die Driftpausen nutzte ich zum Umbauen, machte nun meinen “Deutschlandpilker” an das Vorfach, hängte den Drilling aus und versuchte es mit Nachläufer. Aber nein, die Dorsche standen heute eher einen halben bis einem Meter über dem Grund, da war die klassische 2 Haken-Montage gefragt. Pilker pur lief auch nicht so richtig, es war eher trostlos.

Irgendwann erbarmte sich dann doch der eine oder andere Dorsch, an meiner Angel anzubeißen, sogar ein paar Wittlinge stürzten sich auf die Jigs. Als Rarität wurde sogar eine schöne Makrele gefangen. Zwischendurch machten wir ein gemütliches Schwätzchen und testeten den Bord-Service. Während die einen um jeden Fisch kämpften, die anderen es gemütlich angingen, amüsierten sich Claudia und Constanze anscheinend prächtig, es war jedenfalls nicht zu überhören. Welch ein Glück, dass sich die beiden Damen direkt nebeneinander ausgelost hatten. Nach dem Platzwechsel um die Mittagszeit durfte ich dann mit in der Spitze des Bootes stehen und fing auch mehr Fische. Da es genau 3 Driften gab, bei denen ganz gut gefangen wurde, nutzte ich die Gelegenheit, mich mal mit meiner Videokamera auf dem Boot umzusehen und konnte so den einen oder anderen “Drill” auf das digitale Band bannen.

Kurz nach 13:00 Uhr war das Angeln bereits zu Ende und jeder durfte seine Fische persönlich bei Wrackkalle und Marcel vorstellen. Da wir ja vorbildliche Angler sind, wurde natürlich das Mindestmaß überprüft und wir stellten fest, dass sich wohl alle Anwesenden mit den geltenden Fischereibestimmungen auskannten. Marcus, unser Rechengenie, zählte mal alles eben schnell im Kopf zusammen und schlug vor, die fleißigsten Anglerinnen und Angler mit ein paar Sachgeschenken für die nächste Tour zu motivieren. Besonders hervorzuheben ist “Hinnack” mit seinen 17 maßigen Fischen und Claudia mit dem größten Dorsch des Tages mit 60 cm Länge. Der zweite Preis ging an Björn, wer den dritten bekommen hat, habe ich vergessen. Die offizielle Gesamtfischzahl schwankte geringfügig zwischen 187 und 268 Fischen, aber so sind wir Angler eben – ziemlich flexibel. Wenn ich mir so die Fotos dieser Tour ansehe, gab es eigentlich nur fröhliche Gesichter, die eine oder andere Ausfallerscheinung bei der Ausfahrt können wir vernachlässigen und was noch im Hafen nach dem Angeln passierte, kenne ich nur von Erzählungen und die werden ja bekanntermaßen immer etwas übertrieben. Inzwischen haben wir uns das Video schon zum zweiten mal angesehen und mußten teilweise herzlichst lachen, den Vogel hat dabei Ralf mit einer sehr spontanen Bemerkung abgeschossen.

Es war toll, sogar beim Schreiben mußte ich über die eine oder andere Begebenheit schmunzeln und brenne schon wieder auf die nächste Tour mit Euch. Bedanken möchte ich mich ganz herzlich und ohne, dass die Reihenfolge eine Wertung beinhaltet, bei:

  • – der Besatzung der Hai IV und dem Geschäftsführer Jürgen Redder
  • – dem Mega Angelcenter Martins aus Hamburg für die Preise
  • – bei Germania Teamsport für die Aufkleber auf unseren Angelkisten
  • – bei Marcel und Marcus, die die ganze Sippe immer im “Griff” hatten
  • – bei der “Rapsbande” um Udo Schröter aus Fehmarn, welcher für die weniger glücklichen Angler 3 seiner tollen Angelführer zur Verfügung stellte
  • – bei der Firma Wurzel, welche sich in persona von Ralf mit Wagen und Fahrer zur Verfügung stellte
    und bei allen Anwesenden Anglerinnen und Anglern, die zu diesem tollen Tag beitrugen.
    Leider konnte ich nicht alle von Euch näher kennenlernen, dazu war die Zeit zwischen dem Angeln einfach etwas zu kurz, das werden wir aber hoffentlich beim nächsten Mal nachholen können.
Das Boots-Team - © Meeresheini

Das Boots-Team – © Meeresheini

Ach ja, wir landeten dann gegen 21:45 Uhr dank Ralf wieder sicher zu Hause, versorgten die Fischfilets und fielen eine Stunde später totmüde ins Bett. Euer Karsten

Mepo Cup Kutterangeln 2005 - © Meeresheini

Mepo Cup Kutterangeln 2005 – © Meeresheini

Mepo Cup Kutterangeln 2005 - © Meeresheini

Mepo Cup Kutterangeln 2005 – © Meeresheini

Mepo Cup Kutterangeln 2005 - © Meeresheini

Mepo Cup Kutterangeln 2005 – © Meeresheini