Die guten Vorsätze für die Zeit nach der Pensionierung waren schnell gefasst. Endlich mehr Zeit für die Familie und gemeinsam mit meiner Frau Europa und viele weitere Kontinente erkunden. Unsere erste Reise führte uns nach Bembridge auf der englischen Isle of Wight. Hier verbrachte unser Enkel Jonas seit drei Monaten ein Auslandsjahr an einer englischen Schule. Die Anreise mit dem Eurostar bis London und von dort weiter mit dem Zug nach Southsea war wirklich angenehm und entspannend. Als ein echtes Abenteuer erwies sich jedoch die Überfahrt auf die Isle of Wight mit einer Hovercraft Fähre. In die Begrüßung unseres Enkels mischte sich eine ehrliche Erleichterung über die nur zehn Minuten andauernde Fahrt.

Von der Erholungsreise zum spannenden Abenteuer

Für unseren zweiwöchigen Aufenthalt hatten wir ein Ferienhaus in unmittelbarer Küstennähe auswählt, in welchem uns Jonas dank der Ferien Gesellschaft leistete. Bereits nach kurzer Zeit hatte mich Jonas mit der Begeisterung für sein neues Hobby Angeln angesteckt. Hatte ich bisher England eher mit Fish und Chips in Verbindung gebracht, erkannte ich schnell wie viele Fischarten und Meeresfrüchte dort von den Fischern täglich frisch gefangen werden. Um selbst mein Glück an der Angel versuchen zu können, benötigte ich zuerst eine Lizenz der dortigen Environment Agency. Mit dieser Lizenz im Gepäck führte uns der erste Angelausflug an die dortige Seebrücke. Ein wirklich spektakulärer Sonnenaufgang war jedoch das einzige Erfolgserlebnis an diesem Morgen, der hauptsächlich dazu diente mich mit verschiedenen Techniken, Angeln und Ködern vertraut zu machen.

Petri Heil auf hoher See

Nach dem beinahe meditativen Erlebnis auf der Seebrücke führte der zweite Teil meines Angelurlaubs mit einem Mietboot hinaus in die blauen Weiten des Ärmelkanals. Gemeinsam mit dem Gastvater meines Enkels und dessen zwei Söhnen versuchte ich erneut mein Glück. Während mein Enkel sich als wahres Naturtalent entpuppte, ließ mein Glück für Stunden auf sich warten. Kurz vor der Rückkehr spürte ich endlich das lang erwartete Ziehen an der Angelschnur. Mit ein wenig Kraftaufwand beförderte ich meinen Fang an Bord. Dank der Erfahrung meiner Mitreisenden wurde ich jedoch sofort zurückgehalten, diesen in die Hand zu nehmen. Denn bei dem Fisch handelte es sich um ein Petermännchen, welches über giftige Stacheln an der Rückenflosse und den Kiemen verfügt. Da dieser Fisch dennoch als schmackhafter Speisefisch bekannt ist, fand das Petermännchen seinen Weg zum restlichen Fang des Tages.

Unser Fazit:

Die zwei Wochen unseres unverhofften Angelurlaubs vergingen wie im Flug. Mit dem Versprechen im Gepäck im nächsten Frühjahr vor Jonas Rückkehr nach Hause einen weiteren Angelurlaub in Bembridge zu verbringen machten meine Frau und ich uns auf dem Weg zur Fähre, welche dieses Mal wesentlich sanfter über das Wasser schwebte. Wir empfahlen zu Hause unseren Freunden und Kollegen von einer solchen Urlaubsreise.