Irland bietet sich mit seiner 5.600 Kilometer langen Küste hervorragend zum Meeresangeln an. Ein Flug von Deutschland auf die grüne Insel dauert rund zwei Stunden. Als Übernachtungsmöglichkeiten eignen sich Campingplätze oder eines der zahlreichen Gästezimmer. Aber auch Hausboote erfreuen sich großer Beliebtheit. Angeln, schlafen, essen und trinken an einem Ort – die perfekte Organisation für ausgedehnte Angelferien.

Die Gewässer um Irland profitieren von der Wärme des Golfstroms. Kaviar kaufen muss man hier zwar weiterhin beim Delikatessenhändler, im Süden der Insel findet der Angler aber so seltene Fische wie die Rote Meerbarbe, Rotbrasse, Seriolafisch und den Drückerfisch. In den kälteren Gewässern des Nordens warten typischerweise Makrelen und Pollack. Für Profis ist auch der Thunfisch ein sehr gern gesehener Gast an der Angel. Insgesamt tummeln sich vor Irlands Küste über 80 verschiedene Fischarten.

Für viele Angler in Irland ist der Wolfsbarsch der beliebteste Fangfisch. Man kann ihn an Rute und Rolle gleichermaßen fangen. Beim Uferfischen empfiehlt sich eine kräftige Spinnrute. Praktisch sind Stationärrollen. Die Schnur sollte eine Tragkraft von etwa sechs Kilogramm haben. Künstliche Köder mit einem Gewicht bis 35 Gramm sind weitere Voraussetzungen.

Für das Hochseeangeln schließt man sich am besten einer Gruppe an, um gemeinsam ein Boot zu mieten. Der kundige Kapitän fährt dann direkt zu den besten Angelplätzen. Dies ist auch in Anbetracht der unruhigen See vor Irland die sicherste Variante. Vorsicht ist beim Angeln an den Riffen geboten. Tidenströme und schlechtes Wasser stellen eine unterschätzte Gefahr dar. Kinsale ist bekannt für Angeln über den Riffen und für Hai-Angeln.

Ballycotton eignet sich dagegen zum Brandungsfischen. Unabdingbar für Brandungsangler ist eine Gezeitentabelle. Erst mit steigendem Wasser kommt nämlich der Fisch. Und wer an der Felsenküste kein Glück hat, kann es an den Sandstränden mit Plattfisch und Rochen probieren. Pollack und Lippfische finden sich am ehesten im Nord- und Südwesten Irlands oder vor Valentia. Als Köder für das Angeln vom Boot oder von der Küste aus eignen sich ölhaltige Fische. Die Makrele wird hierbei am häufigsten verwendet. Hai, Hundshai oder Glattrochen lassen sich damit anlocken.

Ein weiterer Köder ist der Seeringelwurm. Mit ihm lassen sich Plattfische, Witting, Katzenhai und Dorsch fangen. Beim Plattfisch empfiehlt sich, einen 1er oder 2er Haken zu nehmen. Bei größeren Fischen ist eine starke monofile Schnur bzw. sogar ein Stahlvorfach Voraussetzung für guten Fangerfolg. Nicht überall ist das Fischen kostenlos. Jene Stellen, wo Flüsse ins Meer münden, sind oftmals separate Fischereien. Hier muss vor dem Angeln eine sehr geringe Gebühr entrichtet werden. Doch dann sind die Aussichten auf frischen Lachs oder Meerforelle ausgezeichnet.