Appetitanreger für Neulinge. Norwegen ist nicht nur eines der schönsten Länder Europas, es ist außerdem eines der fischreichsten.

Ob tiefe Fjorde oder flacher Gebirgsbach, ob Wasserfälle oder rauschender Fluß, ob stiller Bergsee oder reißender Straumen, überall darf nach Herzenslust geangelt werden. Nicht umsonst ist es das Lieblingshobby fast aller Norweger. Und ebenso abwechslungsreich wie die Gewässer sind die Fischarten, die sich hier tummeln. Im Salzwasser lauern Dorsch und Köhler, Leng, Lumb und Katfisch sowie ein Dutzend weiterer Fischarten. Im Süßwesser gehen Forellen, Saiblinge aber auch Hechte oder stramme Aale an den Haken.

Im Hochland, der Hardanger Vidda,( ca. 1 Autostd. ins Landesinnere)die übrigens zum Wandern ohne Ende einlädt, dominiert dagegen die kleinwüchsige Steinforelle. Diese verbuttette Form der Bachforelle tritt hier häufig in nicht geahnter Häufigkeit auf. Viele der glasklaren Seen auf der Vidda sind jedoch durch sauren Regen stark übersäuert und somit fischarm.

Aber zurück zum Meeresangeln und Fjordangeln. Vor allem beim Bootsangeln in den Fjorden oder vor der Küste hat man rasch genügend Fische für ein leckeres und abwechslungsreiches Abendessen beisammen. Selbst das Uferangeln mit kleinen Pilkern von 30 – 40 Gramm ist an manchen Tagen sehr ergiebig. Enttäuscht wird eigentlich nur der Angler sein, der mit übertriebener Erwartungshaltung an die Sache herangeht. Auch in Norwegen springen die Fische nicht von allein in die Pfanne. Etwas schwieriger ist es schon und ungleich teurer den König der Fische aus einem der traumhaft schönen Lachsflüsse zu ziehen. Der Lachs ist meist eigenwillig und nicht so leicht zu überlisten. Alte Hasen können ein Lied davon singen.

Eine gemütliche Hütte am Wasser, ein solides Angelboot, die Terrasse mit Blick auf wunderschöne, teils schneebedeckte Berge und tiefblaue Fjorde. Das sind die Zutaten für einen erholsamen Urlaub. Hier findet man Ruhe. Hier kann man die Stille spüren und den Alltag vergessen. Man kann aber auch die aufregendsten Angeltouren erleben. Abenteuer, die einem das Adrenalin durch die Adern jagen läßt. Etwa ,wenn man beim Pilken mit einem kleineren Dorsch rechnet, doch urplötzlich eine Meerforelle den Blinker packt und im Drill aus dem Fjordwasser steigt. Hoffentlich sind in diesem Moment das Geschirr und auch die Nerven stark genug. Egal wie der Kampf ausgeht, in jedem Fall hat man anschließend genug zu erzählen. Wenn Makrelen, in nicht gekannter Schwarmstärke, sich überfallartig auf den Köder stürzen, vergeht der Angeltag wie im Fluge. In diesen nördlichen Breiten hat der Angeltag in den Monaten von Mai bis September wegen der Mittsommernacht ohnehin fast 24 Std. Fotografieren um 23:00 ohne Blitzlicht ist nichts ungewöhnliches. – Angeln in Norwegen ist eine höchst “ansteckende Krankheit”.

Ein Wort an alle Bootsangler. In Norwegen ist das Tragen von Schwimmwesten auf dem Wasser vorgeschrieben. Aus gutem Grund wie ich meine. Gerade nicht sehr geübte Bootsangler werden nach mancher Bootstour im nachhinein feststellen, das die Weste überlebenswichtig ist. Gerade beim “Kleinen Geschäft” hat sich schon so mancher die Wasserlinie von unten angesehen. Also bitte kein Risiko eingehen.

Zwischen Kristiansand im Süden und Trondheim im mittleren Norwegen hat jeder Angler genügend Platz. Es warten tausende von Kilometern Küstenlinie und hunderte von Buchten in den Fjorden, die sich bis in die abgelegensten Winkel schlängeln. Es warten liebliche Bäche und wunderschöne Täler, weltberümte Lachsflüsse und unbekannte Bergseen. Selbst bei Starkwind findet man fast immer ein Plätzchen zwischen den Schären und Holmen.

Bei der Urlaubsplanung, darf der natürlich uneigennützige Petrijünger, auch die vielleicht mitreisende Familie nicht ganz aus dem Auge lassen. Nur Angel,daß könnte Ärger geben. Keine Angst, Langewile wird nicht aufkommen. Es gibt viel zu sehen. Wunderschöne Altstädte in Haugesund, Skudenes, Bergen, Trondheim oder Stavanger. Holzhauschick, von dem deutsche Reihenhaussiedlungen nur träumen können. Moderne Einkaufsmeilen (mit Angelgeschäften) in allen Städten, die zum Verweilen einladen. Kleine Geschäfte mit Souvenirs und allerhand Kuriositäten.

Im Spätsommer und Herbst findet man in den Wäldern, vor der Haustür, Blaubeeren und essbare Pilze in Überfluss. Spaziergänge durch herbstlich bunt gefärbte Wälder werden sicher auch die “bessere Hälfte” für einen Angelurlaub des Partners entschädigen. Undwer weiß,vielleicht findet “Sie” ja auch noch Spaß am Angeln. Man hat sich auf die Angler eingestellt. Hütten und Rorbus sind, besonders außerhalb der Hauptsaison, preisgünstig incl. Boot zu mieten. Fährverbindungen kann man in allen Reisebüros zu Originalpreisen buchen. Bei Reisen nach Westnorwegen sollte man der weniger bekannten Fjord-Line Beachtung schenken.

Der Reiseweg verkürzt sich um ca. 400 km (Hin u.Zurück) gegenüber der Route über Kristiansand. Bei einem Kraftstoffpreis von ca. €1,30 nicht unerheblich. Die Fjord-Line fährt von den verkehrsgünstig gelegenen Häfen Hanstholm (DK)- Egersund-Haugesund und Bergen.

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Trondheim