Moin, langsam sah ich die halbe Makrele in die dunkelblauen Tiefen gleiten, an meiner speziellen Octopuss Montage mit den 6 er Haken rauschte sie hinab. Als sie auf 90m Aufschlug, schloss ich den Bügel. Das Echolot zeigte Fische unten, neben mir wurden Dorsche gelandet, ich war auf die dicken Platten aus. Ein Fisch nach dem anderen klatschte auf die planken, ich war verzweifelt, ich wollte doch meinen Heilbutt, und da, ganz plötzlich, ruckte es auf einmal ganz gewaltig in der Rute. Ich riss die Rute hoch und dann ging die Post ab.

Reisen auf die Insel Krakvag in Norwegen

Unsere Hütte in Norwegen © Fischerkoenig04

Unsere Hütte in Norwegen © Fischerkoenig04

Das Geräusch einer Rolle, die gerade kreischend schnur von sich gibt war zu hören. mein Puls raste, ich zitterte am ganzen Körper und ich fühlte es. “das muss ein Heilbutt sein”. Weiter gings, der Heili zog seine Kreise ganz dicht ums Boot, meine Mitangler hatten die Montagen noch rechtzeitig eingeholt und der Kampf ging weiter. meine rute, 1,80 m Lang bog sich fast bis in das Handteil. ja, und so rangen ich und der Fisch fast eine halbe Stunde lang, er um sein Leben und ich um den Fisch meines Lebens. Doch dann hatte er sich verausgabt. Langsam pumpte ich ihn Meter um Meter hoch, und da sah ich eine Tischplatte auf mich zukommen, oh gott, was für ein Fisch. GAAAAAAAAAAAAAFFFFFFFFF! brüllte ich, meinen Heilbutt vor Augen. ja, und das Gaff wurde gesetzt und es hielt und dann wurde der Fisch gewogen. die Waage zeigte 21kg! Und dann wachte ich schweißgebadet auf.

Krakvag in Norwegen © Fischerkoenig04

Krakvag in Norwegen © Fischerkoenig04

Mist, alles nur ein Traum. puh, na ja. Immerhin erster Tag in Norwegen. Nach dem Frühstück hielt mich nichts mehr in der Hütte. Ich ging zur Brücke. Die Brücke; ist eine Brücke von der Insel Storfosna auf der wir wohnten und der Insel Krakvag. In der Nähe von Hitra. Sie ist ungefähr 15m über dem Wasser, was heißt, Landungen ohne Mordsaufwand nicht zu bewältigen. Als ich auf der Brücke ankam, schöpfte ich sofort Hoffnung. Hering soweit das Auge reichte, da musste doch auch der Dorsch sein. na ja, ich fing an, mit herzlich wenig Erfolg. Ich tauschte die Pilker, ich hatte jetzt eine Heringsimitation dran. Kaum auf Grund, das wunderbare Gefühl. Ein ruck ging durch die Rute, und dann, nach kurzem “Drill” lag ein 40cm Dorsch vor mir. Er durfte wieder planschen gehen, denn er war untermaßig. Zweiter Versuch. Schon beim Aufschlagen im Wasser hake ich einen Hering. ok, rauf mit ihm. Eins über die rübe gezogen und dann an den Drilling. runtergelassen. 3 Pilkzüge, rums, war die Rute krumm. Dann begann die Prozedur. Also, den Dorsch bis ans Ende der Brücke führen, dann über felsen runterklettern, dabei durfte natürlich die schnur nicht durchhängen. Netter Dorsch, an die 3kg. An der gleichen Stelle, also vor dem gleichen Pfeiler, 1 pilkzug, Rute krumm. Schnur läuft von der Rolle, wieder Brücken-action, wieder 3kg Dorsch. Ich landete noch Zwei weitere, dann war Schluß.

Die ersten Dorsche von der Brücke © Fischerkoenig04

Die ersten Dorsche von der Brücke © Fischerkoenig04

Doch noch Fisch © Fischerkoenig04

Doch noch Fisch © Fischerkoenig04

Rausfahren konnten wir wegen dem Wind leider nicht. In den nächsten Tagen ging nicht viel und langsam wurde es unwahrscheinlich, das jeder seine 15kg Filet mitnehmen konnte. So fischten wir vor uns hin, da mal ein Dorsch, hier mal ein Köhler, da eine Makrele. (in unserem fachjargon: krele) dann: Tag 5, ich pilke auf 40m Tiefe vor mich hin, ebener Sandgrund. pilk, pilk, pilk BISS! Auf einmal war die Rute krumm. aber wie! jetzt lief Schnur von der Rolle. Ein Deja-vou Erlebnis aus dem Traum!!! Ich hatte Herzrasen; war nervlich am Ende. Dann gab er nach, ich pumpte das erste mal, es ging verdammt schwer. Ich bekam hilfreiche tipps wie z. B. o-Ton: ned reissn, had da bostbot gsagt, win da hund am sage ghod hod. übersetzt in normal-deutsch: “nicht reissen, hat der Postbote gesagt, als ihn der hund am ( naja, ihr wisst schon wo) hatte”. Dann……….war es leer. ich stand fassungslos im Boot, entsetzt. ich fragte verdattert: ” warum ist der jetzt weg”? ich war fertig mit den Nerven, vielleicht wars ein Heilbutt. unser Guide bestätigte danach, dass es wahrscheinlich einer war. schließlich blieben nicht mehr viel Tage, doch zum Schluss fingen wir noch gut. Viele Dorsche fanden den Weg in die Kühltruhe. Die 15kg Filet nahm jeder mit nach Hause.

Auch schöne Makrelen © Fischerkoenig04

Auch schöne Makrelen © Fischerkoenig04

Tom`s erster Dornhai in Norwegen © Fischerkoenig04

Tom`s erster Dornhai in Norwegen © Fischerkoenig04

Und dann, irgendwann mal, ging mir auf 40m auf Fischfetzen ein Dornhai an den Haken. Kein Drill, nichts, ich dachte ich würde einen Stein dran haben. nein. Plötzlich Bewegung, und dann kam er aus der Tiefe zum vorschein. Der Dornhai, einen Meter lang, nicht leicht und er war ziemlich “platt” weil ich ihn gefangen hatte. Aus dem Heilbutt wurde leider nichts, aber man sieht sich ja immer zweimal im Leben!!!! Gruß Tom