Obwohl es hier noch Kilometer bis zum ewigen Eis entfernt ist, liegt des Norwegens Norden aus Sicht der Südnorweger schon hinter dem Nordpol.

Wenn man von Trondheim aus nach Norden möchte, bleibt einem nur eine einzige Fernstraße, um dieses Ziel zu erreichen, die E6. Nordland klingt schon vom Namen her nach der eindrucksvollen Geschichte der Wikinger, die von hier aus aufbrachen um unter anderem Island zu entdecken und zu besiedeln. Doch bis ins „richtige“ Norden ist es noch weit entfernt.

Spricht man vom Norden Norwegens, so bezeichnet man ein Gebiet, das sich über eine Wegstrecke von über 1600 Kilometer zieht. Sie beginnt bei Bodö und geht bis zur russischen Grenze Kirkenes. Ein Überlandbus startet ab Bödo täglich um 11.30 Uhr und braucht bis zu seinem Ziel drei Tage! Generell mag man den Eindruck haben, die Bevölkerung hier oben wäre rau beseelt, sie gilt aber in Norwegen als noch freundlicher als der Süden.

Alleine das Nordland reicht für mehrere Urlaube

Das Markenzeichen von Nordnorwegen ist unter anderem die Mitternachtssonne, die die Inselgruppen in sanftes Licht einhüllt, aber auch die mit Schnee bedeckten Gipfel, die kräftigen Wiesen und die sich weit erstreckenden Moore. Immer wieder zieht es hier Künstler aus den verschiedenen Kategorien her, um sich von der Landschaft und dem Lichtzauber inspirieren zu lassen. Dieses Gebiet kann man ebenso attraktiv von einem Dampfer aus kennen und lieben lernen, aber selbstverständlich auch von der Küstenstraße E6 für sich einnehmen.

Stets wird man von gemütlichen Dörfern, die teilweise wie aus dem Nichts gekommen und am Wegrand liegen, begleitet. Schnell wird man mit dem Leben und der Persönlichkeit hier vertraut, trifft auf die Samen, eine Urbevölkerung Norwegens und lernt ihre Traditionen kennen. Der Norden Norwegens verfügt über ein relativ mildes Klima, trotz seiner nördlichen Breite. Dies ist dem Golfstrom, der sanfte Wassertemperaturen aufweist zu verdanken.

Nordnorwegen

Solvag in Norwegens Norden 2000 © MaBoXer

Solvag in Norwegen 2000 © MaBoXer

Ab Trondheim führt nur noch die E6 weiter nach Nordnorwegen. Zu Beginn wirkt die Landschaft recht lieblich, doch dies ist nicht lange der Fall. Die Küste verläuft hier im Norden dank des Golfstroms eisfrei. Die glanzvollste Region liefern die senkrecht aus dem Meer emporragende Gebirgszüge. Nördlich des Polarkreises bestimmen zahlreiche Kontraste die Natur. Der Norden besitzt vieles, das Nordlicht und die Polarnacht, glasklare Himmel, helle Nächte. Hier liegt sie, die ganze Pracht, zwischen Trondheim, Hammerfest und Kirkenes.

Vorerst bringt uns eine Fahrt durch das Namdal nach Svartisen, bevor es in das Land der Mitternachtssonne nach Bodo geht.

Durch ausgedehnte Wälder mit Nadelbäumen, welche als die idealen Jagdreviere gelten, geht es vorbei an zahlreichen kleinen Seen und einer nachlassenden Vegetation die E6 entlang. Die Ruinen der Burg Steinvikholm liegen kurz hinter Stjordal. Dieser Bau ist quadratisch und besaß zwei massive Rundtürme. Erzbischof Olav Engelbrektsson lies sie ab 1525 errichten, er soll aus dem Nidaros Dom vorerst hierher mit dem Schrein des heiligen Olavs geflüchtet sein. Der Ort Stilkestad bietet nicht viel Sehenswertes, ist aber bekannt, da hier, am 29 Juli 1030 König Olav der Heilige zu Tode kam.

Hier steht sie, die Steinkirche in der er starb. Jedes Jahr um diese Zeit findet im zu Ehren ein großes Freilicht Schauspiel statt. Weiter die E 6 entlang kommt man zu der Königin von Norwegen, dem Fluss Namsen. Er bekam diesen Beinamen von englischen Lords, da er sehr Lachsreich ist. Am Wasserfall Fiskumfossen liegt das Lachsmuseum, in dem man sich selbst als Angler behaupten kann. Etwa 100 Kilometer hinter Smalasen liegt, abseits der E6 der Laksfors, ein weiterer beeindruckender Wasserfall, an dem man Lachse springen sehen kann.

Denkmäler und Norwegens Häuser

Nordkap - Foto © MaBoXer

Nordkap – Foto © MaBoXer

In der Stadt Mosjoen an dem Vefsnfjord liegt ein unter Denkmalschutz stehende Gruppierung aus bunt angestrichenen Holzhäusern.

Eine Szenerie an Farbspielen der Natur erhält man auf der Weiterfahrt über das Korgfjell.

Auch hier hinterließen im zweiten Weltkrieg die Deutschen ihre Spuren, denn die Eisenbahnbrücke nach Narvik ließen sie von russischen Gefangenen aufstellen.

In Mo i Rana angekommen, trifft man auf eine Bergwerksstadt. Doch das Highlight liegt weiter im Norden, da wo die Gletscherzunge des Osterdalsbreen enorme Kräfte walten lässt, welche ihre sichtbaren Spuren hinterlassen. Gletschertouren auf den Svartisen sind hier auf keinen Fall ohne Führer zu unternehmen. Die Grotte Gronlig mit verwinkelten Gängen und mystischem Ambiente ist ab Juni auch ein Ausflug, an dem Kinder einen großen Gefallen finden.

Fjorde und Brücken

Krakvag in Norwegen © Fischerkoenig04

Krakvag in Norwegen © Fischerkoenig04

Auf einer Hochfläche von etwa 700 Metern markieren im kargen Saltfjell einige Säulen mit einem Globus den Verlauf des Polarkreises. Genau hier bleibt die Sonne in der Nach vom 23. auf den 24. Juni für 24 Stunden am Himmel stehen.

Die Marmorbrüche von Fauske, aus diesem roten Stein wurde unter anderem das Gebäude der Vereinten Nationen in New York gebildet. In Bodo liegt der Haupthafen zu den Lofoten, nach dem die Stadt im Krieg zerstört wurde, ist sie in kühlem Stil wieder aufgebaut worden.

Ein Tipp für einen Ausflug in die Umgebung ist der Aussichtspunkt 3 Kilometer nordöstlich von Bodos Zentrum, der Ronvikfjell. Er ist 150 Meter hoch und man kann bis zu den Lofoten sehen.

Quelle: meinnorwegen.de