Dem Wind, Wellen und den Naturgewalten zum Trotz, einen Fisch dem Meer entrinnen. Kraft und Anstrengungen aufbringen um mit vollen Einsatz den erhofften Zielfisch aus den Fluten drillen. Dem Angelgerät bis zum bersten alles abverlangen und am Ende als Gewinner vom Strand zu gehen.

Was ist das Brandungsangeln überhaupt?

Nicht jeder Ausflug an das Meer wird mit Erfolg gekrönt und nicht jedes Gerät hält am Ende was es versprochen hatte. Aber was ist eigentlich Brandungsangeln bzw. Brandungsfischen? Viele verstehen es nur Anhand der Angelgeräte und dies wäre ein Fehler, wer mit Brandungsruten auf Waller angelt, übt noch lange nicht das Brandungsangeln aus. Anders sieht es aber aus wenn ein Angler mit eine Karpfenrute an der Ostsee am Strand auf Butt angelt, dieser übt sehr wohl das Brandungsfischen aus. Die Angelart wird also nicht am Gerät sondern an den Umständen festgemacht.

Meistens jedoch wird mit schweren Gerät geangelt da die Bedingungen mit Wellen, Wind und Seekraut etwas härter sind als in einem einfachen Baggersee. Die Brandungsruten müssen einfach mehr Kraft aufbringen als herkömmlich Angelruten. Auch wenn die Herstellung der Blanks in den letzten Jahren sehr große Fortschritte gemacht hat um viel Kraft mit wenig Eigengewicht aufzubringen. Die Längen der Ruten richtet sich nach der Körpergröße und der Armlänge des Anglers.

Ausrüstung für die Küste

Halten Sie mit der Hand den Rollengriff umschlossen und strecken Sie diesen Arm seitwärts aus. Zeigt das Rutenende nun in Ihre Körpermitte, so haben Sie schon die optimale Länge des Griffteils gefunden. Die Rutenlänge sollte jedoch an Ihre Körpergröße und Kraft angepasst sein. Eine Frau zum Beispiel mit einer durchschnittlichen Körperkraft und einer Größe von 1,65m sollte sich für eine Rutenlänge von maximal 3,90m entscheiden. Bei Männern mit einer Körpergröße von 1,80m liegt die optimale Rutenlänge bei 4,20m bis maximal 4,50m. Alles was darüber liegt macht wenig Sinn. Die Brandungsrollen sollte eine große Spule haben, so das die Schnur schnell runterrutscht beim werfen.

Die verschiedenen Brandungsbleie bzw. Wurfbleie haben auch ihre ganz unterschiedlichen Einsatzgebiete. Spezielle Krallenbleie sollen bei starken Seitenwinden das Rollen des Köders verhindern und ihn an seinem Platz halten. Rollenbleie hingegen sollen mit dem Köder über den Grund rollen und den Radius zur Rute absuchen.

Andere Bleie, wie dieser Weitwurftorpedo sind speziell ausgelegt den Köder möglichst weit auswerfen zu können, ohne das der Köder durch die enormen Fliehkräfte vom Haken gerissen wird.

Ist das Brandungsangeln schwer?

Die körperliche Beanspruchung ist nicht zu unterschätzen. Wer Gelenkprobleme, Reuma hat oder häufig unter Rückenschmerzen leidet sollte absolut Abstand vom Brandungsangeln halten. Die ständige Feuchtigkeit, Kälte und das Gewicht beim Angeln ist nicht ohne.

Die Kosten für das Equipment können sehr Hoch ausfallen, wenn man mit wirklich sehr guten Gerät angeln möchte. Brandungsruten liegen zwischen 300 und 800 Euro und die Brandungsrollen bewegen sich ebenfalls in diesen Preislagen. Anfänger, die noch nicht wissen, ob Ihnen diese Angelart zusagt, sollten zunächst mit etwas günstigeren Varianten starten und später aufrüsten.

Der Zeitaufwand ist auch schlecht zu ermitteln. Dieser Faktor hängt allein vom Angler ab. Sicherlich kommt auch die Entfernung zum Gewässer dazu. Viele Angler reisen einige hundert Kilometer an die Ostsee, nehmen sogar Urlaub dafür, andere wohnen um die Ecke. Am Strand selbst ist die Zeit vom Angler, Wetter und Beißlaune der Fische abhängig. Schnell verbringt man eine ganze Nacht am Strand und die Zeit geht schnell vorbei, an anderen Tagen kommen einem bereits die ersten drei Stunden wie eine Ewigkeit vor.

Die Zielgruppe ein weiterer schwer einzuschätzender Punkt. Kinder unter 10 Jahren oder ältere über 80 Jahren, wer kann da die Norm ziehen? Die Altersgruppe zwischen 20 und 60 Jahren ist wohl der Durchschnitt. Dazu kommen die angesprochenen körperlichen Voraussetzungen.

Wie Gesund ist dieser Sport? Wenn man bedenkt in welchem Umfeld und bei welchen Bedingungen das Brandungsangeln ausgeübt wird, würde ich hier nicht so Hoch herangehen. Kälte, Nässe und Anstrengungen bei widrigen Bedingungen sind nicht gerade gesundheitsfördernd. Aber wer zum Beispiel ablandig angelt und bereits bei Sonnenschein auf Plattfische angelt, hat sehr wohl eine schöne erholsame Zeit und dann ist auch das „Brandungsangeln“ wieder gesund.