Eigentlich möchte niemand im Trüben fischen, doch die trüben Gewässer des Hamburger Hafens sind für die Petrijünger ein ideales Revier. Wer sich an der Elbe und ihren Hafenbecken einen Platz abseits der Hektik der Weltstadt sucht, der findet hier sein Anglerglück. Der Renner ist das Aalangeln im Hamburger Hafen. Der Abend eines langen Tages oder die laue Sommernacht – das sind die beliebtesten Zeiten für alle, die auf ihr ganz persönliches “Petri Heil” hoffen. Und wenn dann auch noch das Wasser des großen Stroms aufläuft, dann steigen die Chancen, einen fetten Aal an Land zu ziehen.

Papa mit Sohn und Aal © MaBoXer

Papa mit Sohn und Aal © MaBoXer

Aale fühlen sich im Hafen wohl

Für viele Angler ist der Hamburger Hafen mit seinen diversen kleinen Seitenbecken das Lieblingsrevier. Der Hafen gilt als “freies Gewässer”, und deshalb genügt ein gültiger Jahresfischereischein, um hier dem Hobby zu frönen. Die Angler streiten natürlich darüber, wo die Aale besonders intensiv beißen. Manche bevorzugen die Rethebrücke als beste Angelstelle, andere schwärmen vom Holthusenkai oder von den Landungsbrücken. Für alle gilt dieses: Aale fühlen sich in den Häfen vor allem deshalb heimisch, weil von den Schiffen immer wieder Essensreste über Bord gehen. Und darum ist die Chance, als Angler eine Sternstunde zu erwischen, im Hamburger Hafen besonders groß.

Bis zu zwei Handangeln sind erlaubt

Wichtig ist nur, dass die Wassertemperatur stimmt und sich der Petrijünger mit der Tide auskennt. “Wir angeln im Hafen”, sagen die Hamburger – und sie meinen damit in aller Regel: “Wir angeln Aale.” Allerdings gehen neben Aale auch die übrigen heimischen Fische der Elbe an den Haken. Zum Beispiel Barsche, Rapfen, Zander, Waller und Weißfische. Im Hamburger Hafen ist das Angeln mit bis zu zwei Handangeln erlaubt. Unter den Anglern scheiden sich die Geister, welche Geräte auf der Jagd nach dem Aal zu bevorzugen sind. Tatsache ist, dass im ruhigen Hafengewässer Grundruten mit einem Wurfgewicht von hundert Gramm genügen. Im Elbe-Grundstrom sieht das ein wenig anders aus. Hier sollte es schon eine Grundrute mit 200-Gramm-Krallenbleien sein. Als Köder dienen Tauwürme als Klassiker, Wollhandkrabben oder kleine Rotaugen.