Du planst deine erste Tour zur Ostsee und möchtest dort Brandungsangeln. Die erste Frage die du dir stellst wenn du in einem Angelgeschäft stehst: “Welches Blei sollte ich nehmen und wie Schwer kann oder muss es sein”. Die Zweite Frage “wie schwer dürfen die Brandungsbleie sein” beantwortet dir zum Teil die Brandungsrute. Ihr maximales Wurfgewicht solltest du auf keinen Fall überschreiten. Und noch was ist immer gut zu bemerken: “Weniger ist mehr” aber dazu kommen wir noch.

Das richtige Brandungsblei benutzen

Wenn zwei sich streiten freut sich der Dritte. Denn gerade bei der Verwendung der Bleie gibt es immer mehr als eine Meinung. Bei starken auflandigen Wind nimmt der eine ein Sargblei ein anderer schwört auf Krallenblei. Und genau so ist es, jeder wie er mag. Die Devise lautet ausprobieren und testen. Ich benutze zum Beispiel bei Ententeich (Windstille) gerne eine einfache Grundrute vom Süßwasserangeln auf Aal mit einem 80gr Sargblei (Durchläufer) mit einem normalen Haken aber langem Vorfach ohne Perlen oder Schnörkel um auf Plattfische zu angeln. Andere nehmen die normale Brandungsrute aber mit Zitterspitze. Jeder wie er mag. Aber gehen wir mal davon aus, der erste Trip soll nicht zu teuer werden und so geht der Anfänger mit einer Standard-Brandungsrute an den Strand z.B. mit einer Rute deren Wurfgewicht bei 150 – 200 gr liegt.

Das Torpedoblei

Torpedoblei Weitwurfblei © MaBoXer

Torpedoblei Weitwurfblei © MaBoXer

Plattfische und auch manchmal gute Dorsche kann man bereits in der ersten Rinne und vor den Füßen am Strand fangen, aber je ruhiger und klarer das Wasser ist umso weiter draussen steht der Dorsch in der Regel. Die zweite Sandbank könnte ebenso das Ziel sein weil auf der ersten nichts läuft. Jetzt bleibt die Frage: wie komme ich da hin?

Torpedo Weitwurfbleie sind eine sehr gut Möglichkeit ein paar Meter zu gewinnen. Wer schon um die 100 Meter werfen kann, kann mit diesen Bleien und ruhigen Wetter (wenig Gegenwind) nach ca. 20 bis 30 Meter gewinnen. Dies ist nur eine persönliche Schätzung. Wer Torpedobleie benutzt sollte aber bedenken das diese bei Seitenwind und seitlicher Strömung schnell mal ins Rollen kommen. Was natürlich nicht unbedingt schlecht ist.

Das Sargblei / Noppenblei

Noppenblei © MaBoXer

Noppenblei © MaBoXer

Sargbleie oder auch Noppenbleie haben eine besser Bodenhaftung als Rollbleie, aber sind nicht so fest wie Krallenbleie. Sie sind optimal für das Plattfischangeln, da man sie langsam Richtung Ufer zupfen kann und so eine kleine Sandwolke Am Grund hinterlassen. Somit bieten sie einen optischen Reiz auf Platte. Der Nachteil ist, dass nicht so weite Würfe erzielt werden wie mit Torpedobleien, aber dennoch ausreichend für Platten da diese auf den Sandbänken vergraben liegen.

Das Krallenblei

Nur im absoluten Notfall nehme ich diese Bleie. Wenn zum Beispiel sehr starker Seitenwind oder Seitenströmung meine Montage in die Schnüre des Nachbarn drückt oder ich möchte das diese 100% dort liegen bleibt wo ich hingeworfen haben. Krallenbleie haben aber auch noch eine weitere Verwendung: Die Selbsthakmontage. Wenn ein Fisch gebissen hat schlägt er, wenn die Mundschnur zuende ist, so auf die Kralle das er sich selber hakt.

Bei starken Krautgang möchte ich aber vor der Verwendung waren. Nur wenn die Rute sehr stabil ist und die Schnur stark genug gewählt wurde kann man bei Kraut im Wasser mit der Kralle fischen. Beim einholen pflügt die Kralle durch den Grund, auch wenn die aufgeklappt ist, und sammelt alles auf was dort rumschwimmt. Das kann verdammt schwer werden und nicht selten zum Schnurbruch und im schlimmsten Fall zum Rutenbruch führen.

Es gibt verschiedene Ausführungen von Krallenbleien. Die einen haben fest eingegossene Dräht un müssen öfter nachgebogen werden und solche Klappkrallenbleie die hochgeklappt werden bis die Perlen in eine Fuge springen.

Rollblei

Rollblei © MaBoXer

Rollblei © MaBoXer

Hier im Beispielbild ist eines mit 115 gr aber auch schwerere sind gut. Sinn und Zweck ist das das Blei durch die Strömung oder durch den Seitenwind der in die Schnur drückt in einem (fast) Halbkreis, der Drehpunkt ist die Rutenspitze, über den Untergrund rollt und so eine größere Fläche mit samt Köder absucht. Man wirft diese Blei etwas gegen den Wind / Strömung und fängt mit dem weitesten Wurf an und wirft bei jedem nicht erfolgreichen Wurf kürzer um so den gesamten beangelbaren Bereich nach möglichen Fischen abzusuchen.